Brasilien zittert vor DFB-Elf - WM 2018

08.07.2014 07:12
Brasilien

Nach dem Viertelfinale ist vor dem Halbfinale. Gegen Frankreich spielte die deutsche Nationalmannschaft taktisch clever, kontrollierte das Geschehen auf dem Platz nach der frühen Führung durch Mats Hummels (13.). Lediglich in der Schlussphase wurde Torhüter Manuel Neuer ernsthaft geprüft. Zu wenig, um die in diesem Turnier noch ungeschlagene deutsche Mannschaft zu stoppen.
Jäh gestoppt wurde hingegen Brasiliens Superstar Neymar. Ein kurz vor dem Ende erlittener Wirbelbruch gegen Kolumbien zerstört jegliche Hoffnungen auf weitere Einsätze bei der WM. Zudem muss Kapitän Thiago Silva nach seiner zweiten Gelben Karte im Halbfinale zuschauen. Die Fans der Selecao sind angesichts der Ausfälle ihrer zwei Stützen skeptisch und sehen Deutschland als Favorit am Dienstagabend (22 Uhr MESZ in Belo Horizonte). "Dass Neymar und Thiago Silva nicht dabei sein werden, trifft uns hart. Aber ich werde mir etwas einfallen lassen", sagte Coach Luiz Felipe Scolari nach dem Viertelfinale. Gegen Deutschland ist der Wolfsburger Luiz Gustavo wieder spielberechtigt, zudem könnte der Münchner Dante in die Innenverteidigung rücken. Neymar könnte durch Bernard oder Willian ersetzt werden.
"Wir sind alle traurig, dass Neymar nicht spielen kann. Es ist eine Ehre, auf den Gastgeber zu treffen und in einem WM-Halbfinale sollten immer die besten Spieler eines Landes auf dem Platz stehen", sagte Bastian Schweinsteiger am Sonntag auf der DFB-Pressekonferenz. Der 29-jährige Münchner glaubt aber nicht, dass das ein entscheidender Vorteil für den Ausgang des Spiels ist: "Brasilien wird vor allem für Neymar spielen. Zusammen mit den Fans werden sie alles versuchen, ins Finale zu kommen. Aber das wollen wir auch. Die Stimmung ist hervorragend. Alle konzentrieren sich auf Dienstagabend."
Zur Rolle von Mesut Özil, der nach dem erneut schwachen Auftritt gegen Frankreich von den deutschen Medien hart kritisiert wurde, bezog Co-Trainer Hansi Flick Stellung: "Mesut spielt bei uns nun auf einer anderen Position. Zudem war er bei Arsenal oft angeschlagen und konnte so nicht zu seiner Top-Form finden. Er ist weiterhin ein wichtiger Spieler für uns, der den Unterschied ausmachen kann." Bis auf den verletzten Shkodran Mustafi stehen Bundestrainer Löw alle 22 Akteure zur Verfügung. Kapitän Philipp Lahm wird wohl wieder hinten rechts auflaufen, da Schweinsteiger und Sami Khedira auf der Doppel-Sechs wie in alten Zeiten zu überzeugen wussten. Das könnte für den bislang ordentlich spielenden Per Mertesacker bedeuten, dass für ihn erneut kein Platz in der Startelf ist. Im Sturmzentrum könnte es für den blass gebliebenen Miroslav Klose eng werden, da André Schürrle ins Team drängt.
Löw bezog am Sonntagabend Stellung zu den Voraussetzungen: "Brasilien ohne Neymar ist viel schwieriger auszurechnen. Mir wäre es lieber gewesen, er wäre dabei. Und Dante wird, sofern er spielen sollte, sicherlich seine Leistung bringen. Wir sind jedenfalls bereit, um ins Finale einzuziehen."