Die drei Neulinge im Kader gegen San Marino - WM 2018

07.11.2016 17:00
Mit dem nächsten Gegner in der Qualifikation für die WM 2018 in Russland erwartet Bundestrainer Jogi Löw offenbar keine größeren Probleme. Mesut Özil, obwohl zur Zeit in Premier League und Champions League in Bestform, erhält eine Pause. Stattdessen hat Jogi Löw gleich drei Neulinge nominiert, zudem sind nicht weniger als 8 Spieler im zur Zeit 25-köpfigen Aufgebot 21 Jahre oder jünger. Wer sind die drei Neulinge, denen Löw mittelfristig zutraut, sich im Kader der deutschen Nationalmannschaft zu etablieren?

Die Liste der Neulinge am Freitag in San Marino

Zunächst ein Blick darauf, welche Namen da überhaupt nominiert wurden. Es sind:
  • Yannick Gerhardt (VfL Wolfsburg)
  • Benjamin Henrichs (Bayer Leverkusen)
  • Serge Gnabry (Werder Bremen)

Wer ist Yannick Gerhardt?

Mit 22 Jahren ist Gerhardt sogar älter als viele seiner Mitspieler in diesem Kader für die Partie in San Marino. In manchen Medien wird der Spieler schon als Alternative zu Linksverteidiger Jonas Hector gehandelt. Dabei ist Yannick Gerhardt eigentlich Mittelfeldspieler. In Würselen geboren, verbrachte er seine fußballerische Jugend beim 1. FC Köln, wo er auch zum Bundesligaspieler reifte. Seit dieser Saison spielt er dutzendfache Jugendnationalspieler allerdings für den VfL Wolfsburg. Mit insgesamt 82 Profispielen hat er schon fast 100 Einsätze auf dem Buckel, wenn auch die Nationalmannschaft noch einmal ein anderes Niveau darstellt.

Wer ist Benjamin Henrichs?

In Bocholt im Norden NRWs geboren, ist Benjamin Henrichs ein alter Hase bei deutschen Nationalmannschaften. Allerdings in den Jugendnationalmannschaften, für die er ausnahmslos alle seit der U15 aktiv war. Henrichs spielt Außenverteidiger oder im offensiven Mittelfeld. Eine ungewöhnliche Mischung, aber vielleicht gerade deshalb interessant für Bundestrainer Jogi Löw - und die Fans der Nationalmannschaft. Schon seit 2004 (!), also seit dem Alter von 7 Jahren, spielte er in der Jugend von Bayer Leverkusen, seit 2015 ist er beim selben Club Profi.

Wer ist Serge Gnabry?

Serge Gnabry gewann im vergangenen Sommer Silber bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. Damit dürfte er der Fußballöffentlichkeit deutlich bekannter sein als seine beiden Mitneulinge in Deutschlands bestem Team. Seine Karriere führte ihn schon früh aus heimischen Gefilden in die Welt hinaus. Noch in der Jugend wechselte er nach London zum FC Arsenal. Dort kam er auch zu seinem Profidebüt, ohne annähernd Stammspieler werden zu können. Bei Olympia überzeugte er aber die Verantwortlichen von Werder Bremen, die ihn verpflichteten und in 9 der bisherigen 10 Bundesliga-Spiele einsetzten.

Der Mittelfeldspieler Gnabry ist Sohn eines Ivorers, Henrichs besitzt auch einen Pass von Ghana. Sollten sie im Pflichtspiel gegen San Marino eingesetzt werden, werden sie aber definitiv nur noch für Deutschland auflaufen dürfen. Angesichts ihrer Karrieren in den Jugendnationalmannschaften Deutschlands wäre das alles andere als überraschend.

Ob einer der drei Neulinge tatsächlich dabei mithelfen darf, den Weg zur WM 2018 in Russland zu schaffen, wird sich dann aber erst mit Anpfiff und weiterem Verlauf der Partien in San Marino zeigen. Gelegenheit zu Experimenten dürfte es für Jogi Löw aus sportlicher Sicht wohl kaum bessere geben.