Elfmeter-Schießen neu gedacht - WM 2018

05.05.2017 00:00
Elfmeterschießen
Die FIFA spielt mit dem Gedanken, dass das Elfmeterschießen in Zukunft in einem neuen Modus durchgeführt werden soll. Ziel des Ganzen: Das Shoot-Out am Ende eines Spiels soll fairer und ausgeglichener werden.

Zahlen lügen nicht. Und die sagen: Bei der aktuellen Form des Elfmeterschießens hat das Team, das den ersten Elfer schießt, die größeren Chancen zu gewinnen als das Team, das nachlegen muss. Bei 60:40 stehen die Gewinnquoten hier ungefähr anstatt bei 50:50. Das soll sich nun ändern.

Hierzu gibt es einen ganz einfachen Gedanken: Das Elfmeterschießen wird nicht mehr im Modus AB-AB-AB durchgeführt, sondern im Modus AB-BA-AB-BA und so weiter. Das heißt, dass nicht mehr wie bislang die Mannschaft nach jedem Schützen abwechselnd antreten. Es soll zunächst das erste Team schießen, dann folgt das zweite Team mit zwei Schüssen, ehe das erste Team mit zwei Schüssen folgt - und so weiter. Somit wechselt die Reihenfolge, welches Team beginnt und welches Team immer nachlegen muss. Einzig beim letzten Schützen ändert sich bei fünf Elfmetern nichts - er stammt aus dem Team, dass als zweites begonnen hat und muss zum Ende nachlegen.

Schauen wir uns mal an, wann die Deutsche Nationalmannschaft bislang in internationalen Turnieren ins Elfmeterschießen musste: 1976 im EM-Finale gegen die Tschechoslowakei, 1982 im WM-Halbfinale gegen Frankreich, 1986 im WM-Viertelfinale gegen Mexiko, 1990 im WM-Halbfinale gegen England, 1996 im EM-Halbfinale gegen England, 2006 im EM-Viertelfinale gegen Argentinien und 2016 im EM-Viertelfinale gegen Italien.

Deutschland konnte dabei alle Elfmeterschießen für sich entscheiden mit einer Ausnahme: Gleich bei der Premiere 1976 zog man gegen die Tschechen den Kürzeren. In diesem Spiel trat Deutschland als zweite Mannschaft an - von daher könnte an der Statistik was dran sein. Beim Erfolg gegen Frankreich 1982 war Deutschland ebenfalls als zweites Team an der Reihe (Horst Hrubesch versenkte den entscheidenden Elfer), genauso 1990 beim Sieg gegen England, als alle deutschen Schützen trafen, während die Engländer Pearce und Waddle scheiterten. 1996 war Deutschland auch als zweites Team an der Reihe, Andreas Möller schoss den entscheidenden letzten Elfer. Bei der EM 2016 begannen die Italiener, Deutschland gewann aber, nachdem Neuer zunächst gehalten und Jonas Hector dann den letzten Elfmeter verwandelt hatte.

1986 gegen Mexiko startete Deutschland mit einem Elfmeter durch Klaus Allofs, 2006 beim Sommermärchen gegen Argentinien durch einen Elfmeter von Oliver Neuville. Es lässt sich also sagen: Immer dann, wenn die Deutsche Nationalmannschaft mit dem Elfmeterschießen beginnt, dann gewinnt sich auch. Wenn das andere Team beginnt, dann gewinnt sie auch fast immer.

Getestet werden soll der neue Modus übrigens auch unter realen Bedingungen. Bei der U17-EM der Frauen und bei der U17-EM der Männer sollen mögliche Elfmeterschießen im neuen Modus ausgetragen werden. Die Erfahrungen sollen dann genutzt werden, um zu entscheiden, ob auch bei der WM 2018 in Russland die Elfer in einem neuen Modus durchgeführt werden.

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