ist die WM 2018 in Russland ein Problem? - WM 2018

02.04.2017 11:00
WM 2018 in Russland
2010 wurde die Weltmeisterschaft 2018 nach Russland vergeben. Seither haben sich die innenpolitischen Verhältnisse deutlich verschlechtert. Das führt wiederum dazu, dass Politiker darüber nachdenken, ob die WM Russland noch entzogen werden kann oder ob sie boykottiert werden sollte. Vor allem die Fußball Weltorganisation FIFA sei hier am Zug.

Deutsche Politiker von CDU und von SPD äußerten gegenüber dem Handelsblatt, dass sich Russland auf einer Gratwanderung befinde. Die Vernachlässigung der Menschenrechte, der Umgang mit der Meinungs- und der Pressefreiheit, der Konflikt mit der Ukraine: All das hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass sich die Lage in Russland seit der Vergabe der WM deutlich verändert hat. Vor diesem Hintergrund könnte man einen Boykott der WM in Frage ziehen oder die WM noch in einem anderen Land bzw. in anderen Ländern spielen lassen.

Unabhängig von der innen- und außenpolitischen Situation in Russland, stellt sich zudem die Frage, ob sich die Fußball Fans aus aller Welt auf den Weg zur WM nach Russland machen werden. In einer Dokumentation des britischen TV Senders BBC hatten russische Hooligans für die WM ein “Festival der Gewalt” angekündigt. Vor allem die englischen Hooligans seien im Visier der gewaltbereiten Russen. Schon bei der letzten EM ist es zu heftigen Straßenschlachten zwischen gewaltbereiten Russen und Engländern gekommen.

Russische Offizielle weisen den Bericht als Propaganda zurück, die das Land in einem schlechten Licht stehen lassen soll. Man verweist darauf, dass man der FIFA Garantien in Bezug auf die Sicherheit zur WM gegeben habe und dass man dieses Versprechen auch in jedem Fall einhalten wolle. Seitens der FIFA betont man auch eher die Gastfreundschaft Russlands. Was diese Schlagzeilen rund eineinhalb Jahre vor der WM jedoch bedeuten, wird sich noch zeigen. Denkbar ist es, dass sich nur wenige Fans auf den Weg in die Stadien zur WM machen werden.

Apropos Stadien: Jüngst wurde von norwegischen Journalisten veröffentlicht, dass es auch in Russland - ähnlich wie in Katar in Hinblick auf die WM 2022 - auf den Baustellen der WM-Stadien menschenunwürdige Arbeitsbedingungen gebe. So würden zum Beispiel allein am Stadion in St. Petersburg, an dem schon seit mehr als zehn Jahren gebaut wird, mehr als hundert Arbeiter aus Nordkorea arbeiten.

Diese Arbeiter leben in Containern auf der Baustelle, haben kaum Kontakt zu anderen Menschen und sind auf Befehl des nordkoreanischen Regimes in Russland. Den Lohn der Arbeit erhält dieses Regime, damit Devisen ins Land kommen - moderne Sklaverei. Die UN hat ermittelt, dass weltweit rund 50.000 bis 100.000 Nordkoreaner als eine Art Sklaven auf Befehl ihres Regimes arbeiten müssen. Die meisten von ihnen in Russland.

An dem Stadion in St. Petersburg wird schon seit elf Jahren gebaut. Der Bau hat bislang mehr als eine Milliarde Euro gekostet. Dennoch gibt es heute noch viele Baustellen in der Arena, unter anderem Wasserlecks und Risse im Beton. Auf politischen Befehl hin wurde das Stadion im vergangenen Monat eröffnet und wird einer der Spielorte beim Confed Cup im Sommer diesen Jahres - dann vielleicht auch bei Spielen der Deutschen Nationalmannschaft.

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