Lahm bleibt im Mittelfeld - WM 2018

Lahm bleibt im Mittelfeld - WM 2018

24.06.2014 07:14:53
Foto: By Steindy (talk)
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Seit Samstagabend ist Fußball-Deutschland wieder auf dem Boden der Tatsachen angelangt. Die „Black Stars“ aus Ghana legten die Defizite der DFB-Elf gnadenlos offen und brachten nicht nur die deutsche Hintermannschaft kräftig ins Schwimmen. „Wir haben uns zusammen mit den Spielern die Partie nochmal in voller Länge angesehen. Dabei haben wir natürlich die Fehler angesprochen, aber sicherlich waren auch gute Ansätze dabei. So langsam sieht das Spiel in der Zentrale so aus, wie wir uns das vorstellen“, sagte Co-Trainer Hans-Dieter Flick am Montag auf der Pressekonferenz. Zu den Spekulationen um Kapitän Philipp Lahm, der bisher für seine Verhältnisse schwach spielte, bezog der 49-Jährige ebenfalls Stellung: „Wir sehen Philipp im Mittelfeld. Dass er auf die rechte Verteidigerposition zurückkehrt, ist keine Option.“
Damit beendete er die Diskussion, die nach den Auftritten gegen Portugal und Ghana die Nation beschäftigte. Lahm spielte vor dem 2:1 des Ghanaers Gyan einen fatalen Fehlpass, leistete sich auch beim Auftakt gegen die Portugiesen ungewohnte Schnitzer im Aufbauspiel. Kollege Mats Hummels nahm den Kapitän in Schutz: „Wir alle wissen, was Philipp kann. Er wird auch bei dieser WM noch gute Spiele machen. In der Mannschaft ist diese Diskussion kein Thema, nur weil einige bei ihm gerade ein Formtief ausmachen wollen.“
Nichtsdestotrotz ist die Aufstellung beim kommenden Spiel am Donnerstagabend (18 Uhr MEZ) in Recife gegen die USA noch lange nicht klar. Sami Khedira erlitt am Samstag eine Innenbandzerrung im linken Knie. Seinen gerade auskurierten Kreuzbandriss war allerdings im rechten Knie. Jérôme Boateng musste zur Halbzeit ausgewechselt werden, Grund war eine Muskelverhärtung im Oberschenkel. Am Sonntag wurden die beiden Defensivspieler ausgiebig behandelt, Stand jetzt werden sie am Donnerstag dabei sein. Gegen Ghana spielten die eingewechselten Routiniers Miroslav Klose und Bastian Schweinsteiger stark, gaben der jungen Mannschaft Sicherheit. Sie drängen ins Team und stellen Bundestrainer Joachim Löw vor die Qual der Wahl. Gegen die Auswahl der Vereinigten Staaten trifft Löw auf seinen unmittelbaren Vorgänger Jürgen Klinsmann, der vor Selbstvertrauen strotzt: „Auch wenn beiden Mannschaften ein Remis für das Achtelfinale reicht: Wir wollen gegen Deutschland gewinnen. Ein Freundschaftsspiel oder gar einen Nichtangriffspakt wie in Gijón 1982 wird es nicht geben.“
Der DFB-Tross könnte auch bei einer knappen Niederlage im Turnier bleiben, bei einem Unentschieden oder einem Sieg wäre man auf jeden Fall Sieger in der Gruppe G. Im Achtelfinale würden wohl entweder Belgien oder Algerien warten, aber davon trennt die deutsche Auswahl noch ein Kraftakt im schwülen Recife. Vor allem defensiv ist gegen die kampfstarken Amerikaner eine Leistungssteigerung vonnöten.