Löw: Siegen oder Fliegen - WM 2018

Löw: Siegen oder Fliegen - WM 2018

30.06.2014 19:35:19
Foto: By Steindy (talk)
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Das Spiel in Recife gegen die USA erinnerte ein bisschen an die Partie gegen Polen bei der WM 1974: Es goss wie aus Kübeln, die Straßen zum Stadion waren überflutet. Lange Zeit war fraglich, ob der Schiedsrichter das Match zwischen der DFB-Elf und der Klinsmann-Truppe überhaupt anpfeifen würde. Letztlich zeigten die Akteure auf dem Platz ein über weite Strecken müdes Spiel, das die deutsche Mannschaft aber zu jeder Zeit im Griff hatte. Thomas Müller – wer sonst – war am Ende der Schütze des goldenen Tores und erzielte in seinem neunten WM-Spiel sein neuntes Tor. "Wir haben das Ding gewonnen und stehen im Achtelfinale. Das ist das einzig Relevante", analysierte Abwehrspieler Mats Hummels nüchtern. Wo er recht hat...
Dort wartet mit Algerien am Montagabend (22 Uhr MEZ in Porto Alegre) nun ein unangenehmer Gegner auf die Mannschaft von Bundestrainer Löw. Insbesondere beim 4:2 gegen Südkorea konnte man sich ein Bild von der weitgehend namenlosen Mannschaft von Trainer Vahid Halilhodzic machen: Teilweise brillante Kombinationen in der Offensive paaren sich mit haarsträubenden Stellungsfehlern in der Defensive. Ihr einziger Star ist Sofiane Feghouli vom FC Valencia. Diesen Mann gilt es auszuschalten, um dem Viertelfinale näher zu kommen. Angeführt werden die "Wüstenfüchse" von Kapitän Madjid Bougherra, der für die Organisation der Abwehrkette verantwortlich ist. Zudem hat Offensivmann Yacine Brahimi in der Vorrunde auf sich aufmerksam gemacht. In der Gruppe H setzte sich Algerien als Zweiter hinter Belgien durch und verwies Russland auf den dritten Platz. 
"Ab jetzt ist es ganz einfach: Entweder du gewinnst das Spiel oder du fliegst nach Hause", sagte Löw. Oldie Miroslav Klose appellierte an seine Teamkollegen: "Jeder Fehler kann nun das Ende bedeuten. Entscheidend wird sein, welche Mannschaft das größere Herz hat", so der 36-Jährige. Sami Khedira saß gegen die USA 90 Minuten auf der Bank, Bastian Schweinsteiger nahm den Platz des 27-Jährigen ein. Dafür fand der Spieler von Real Madrid nach der Partie klare Worte: "Mit der Art und Weise können wir noch nicht zufrieden sein. Gegen Ghana waren wir nicht aggressiv genug. Jetzt haben wir zu langsam gespielt. Wir müssen uns steigern. Um weit zu kommen, muss man schneller spielen." Bundestrainer Löw wird Kapitän Philipp Lahm weiter neben dem derzeit gesetzten Toni Kroos im Mittelfeld aufbieten, gegen Algerien streiten sich also Khedira und Schweinsteiger um den letzten verbleibenden Platz in der Startelf. Findet die Nationalelf am Montagabend wieder so zügig zu ihrem Kurzpassspiel wie gegen Portugal, steht einem Viertelfinale gegen Frankreich oder Nigeria nichts mehr im Wege.