Niederlande zur WM 2018? Alles steht und fällt mit Arjen Robben - WM 2018

02.12.2016 17:00
So alt, wie er wegen seiner Glatze aussieht, ist er noch gar nicht. Und doch neigt sich Arjen Robbens Karriere langsam dem Ende zu. Bei der WM 2010 war er noch im Finale an Spanien gescheitert, bei der WM 2014 immerhin Dritter geworden. Sollte es für die Qualifikation zur WM 2018 in Russland reichen, könnte es das letzte Turnier für Arjen Robben werden. Die Frage ist aber: Schafft Robben es, seine Niederlande nach der verpatzten Qualifikation für die EM 2016 noch einmal zu einem großen Turnier zu führen? Das fragen sich auch in den Niederlanden selbst immer mehr Fans und Medien.

Niederlande nur noch mit Rumpelfußball, aber im Glück

Dabei läuft es in der aktuellen Qualifikationsgruppe A für die Niederlande zumindest nicht so katastrophal wie noch vor der EM. Zwar verlor man das immens wichtige Heimspiel gegen Frankreich mit 0:1. Dennoch stehen die Niederlande zur Zeit auf dem zweiten Rang. Punktgleich mit den Schweden, gegen die man aber noch das Heimspiel vor sich hat, während man in Schweden bereits 1:1 spielte, somit nicht verlor. Ansonsten gelangen zwei Siege, mit 4:1 über Weißrussland und mit 3:1 in Luxemburg.

Bei letzterer Partie trat aber wieder das auf, was Robbens früheren Ruf als "Mann aus Glas" begründete. Er musste sich verletzt auswechseln lassen. In einer zumindest bei den Weltstars wie eben Robben, Wesley Snijder oder Robin van Persie alternden Mannschaft erneut kein gutes Zeichen. Der Rest der Qualifikation wird noch ein langer Weg sein. Da die nachwachsenden Spieler der Niederlande nicht die Qualität der letzten Generationen besitzen, müssen eben alte Haudegen wie Arjen Robben die Kohlen aus dem Feuer holen.

Robben bleibt Weltklasse, der Rest eher nicht

So ausrechenbar dieser auf dem Platz auch immer wieder sein mag, so wenig ist er zu verteidigen — wenn er denn fit ist. Und während er in den letzten Jahren beim FC Bayern München anders als bei seinen Stationen zuvor (Real Madrid, FC Chelsea) selten verletzt war, nagt jetzt doch das Alter an ihm. Schon in der Halbzeit musste er raus. Der Ehrgeiz brennt zwar immer noch in Robben und an Können hat er auch nichts eingebüßt. Allerdings benötigt er eben volle Fitness, um seine Gegner aussteigen zu lassen.

Hängen und Würgen in Gruppe A

Das - etwas überraschend auftretende - Pech der Niederländer ist eben, dass keine Weltklasse nachwächst. Zur Zeit blickt man neidisch zum eigentlich verhassten Rivalen Deutschland, der seinerseits Anfang des Jahrhunderts erst durch eine Krise gehen musste, um gestärkt daraus hervorzukommen. Von einer Rolle im Fußball wie jene der Löw-Elf kann die Elftal zur Zeit aber nur träumen. Selbst gegen den 130. (!) der Weltrangliste, Luxemburg, stand es lange Zeit nur 1:1, ehe Depay mit einem späten Doppelpack für die drei Punkte sorgte. Die Führung hatte — natürlich — Robben erzielt. Zur Zeit sieht es so aus, als müssten Robben und seine Kollegen bis zum Schluss um Rang 2 bangen - und damit um das Ticket zur WM 2018 in Russland.