Sperre bestätigt: Niersbach tritt aus UEFA und FIFA zurück - WM 2018

22.12.2016 11:00
Wolfgang Niersbach hatte Einspruch gegen die von der Ethikkommission verhängte Sperre eingelegt. Dieser wurde abgelehnt. Der Ex-Präsident des DFB bleibt damit bis Mitte 2017 für alle Tätigkeiten im Fußball gesperrt. Zur Last gelegt wird ihm, dass er trotz besseren Wissens seine Kollegen im Präsidium des DFB nicht über die Existenz der ominösen Zahlung von 6,7 Millionen Euro informierte.

Die Sperre war schon vor einigen Wochen verhängt worden, aber die Entscheidung über Niersbachs Einspruch schwelte noch. Obwohl ihm jetzt noch eine letzte Einspruchsmöglichkeit vor dem internationalen Sportgerichtshof offen stünde, zog Niersbach die Konsequenzen aus der Sperre. Er trat unverzüglich von allen Ämtern bei UEFA und FIFA zurück.

Niersbach als Funktionär nicht mehr haltbar

Als Präsident des DFB war er schon im November 2015 nicht mehr haltbar gewesen, als er in einer katastrophalen Verfassung eine Pressekonferenz zu diesem gesamten Thema gab, bei der er mehr verschleierte als dass Willen zur Aufklärung zu spüren gewesen wäre.

Seit Beginn der Sperre ruhten auch seine Tätigkeiten in seiner Funktion als Mitglied des FIFA-Exekutivkommitees sowie jenem der UEFA. Dabei hätte er sogar zumindest theoretisch nach dem Ende seiner einjährigen Sperre wieder für die FIFA tätig sein können. Sein Mandat dort läuft noch bis ins Jahr 2019. Allerdings hatte wohl auch Niersbach eingesehen, dass er unter den gegebenen Voraussetzungen nicht mehr als Funktionär im Weltfußball tragbar war.

Grindel verweigert Unterstützung für Niersbach

Das äußerte sich auch darin, dass er auch keinerlei psychologische Unterstützung des amtierenden DFB-Präsidenten, Reinhard Grindel mehr erhielt. Niersbach war im Zuge der vermeintlichen schnellen Aufklärung der Krise durch Grindel und seine neuen Leute quasi zur persona non grata geworden. Natürlich ließ er nach Niersbachs Entscheidung die üblichen warmen Worte folgen, war aber am Ende wohl froh, dass Niersbach mit seiner Verwicklung in die WM-Affäre nicht mehr weiter als offizieller Vertreter des DFB tätig ist. Dabei ist die Affäre noch nicht annähernd aufgeklärt.

Neues Dokument entschlüsselt, aber ohne belastenden Inhalt

Erst in der letzten Woche verlautbarte die Staatsanwaltschaft in Frankfurt, dass sie eine verschlüsselte Datei des DFB mit dem hellhörig lassen werdenden Namen „Erdbeben“ öffnen konnte, die man beim DFB noch für nicht in angemessenem Zeitrahmen zu öffnen können glaubte. Dafür hätten die Mitarbeiter in Frankfurt nicht einmal einen Monat benötigt. Die Kanzlei Freshfield hatte mit mehreren Monaten an Entschlüsselungsarbeit gerechnet. Dabei handelte es sich lediglich um eine einfache verschlüsselte Word-Datei. Über ihren Inhalt wurde zuletzt zwar bekannt, dass dort keinerlei belastendes Material gefunden worden sei. Mit diesem Vorfall wurde aber erneut deutlich, dass der DFB keineswegs alles in seiner Macht stehende unternommen hat, um die Angelegenheit aufzuklären.

Wieso erhielt Jack Warner 1000 Top-Tickets für die WM 2006?

Das als „Warner-Datei“ bezeichnete Dokument ist - in der Presse - benannt nach Jack Warner, dem inzwischen lebenslang gesperrten FIFA-Funktionär. Vor einem Jahr wurde ein Vertrag bekannt, das Warner 1.000 Tickets der teuersten Kategorie für die WM vom DFB zusicherte. Welche Gegenleistung der DFB dafür erhielt, ist bislang nicht geklärt. Eine der vielen noch offenen Fragen in dieser WM-Affäre, die auch die neue Führung des DFB weiterhin in keinem guten Licht wirken lässt.

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