Belgiens goldene Generation vor dem letzten Akt: Garcia soll den WM-Traum erfüllen

Belgiens goldene Generation vor dem letzten Akt: Garcia soll den WM-Traum erfüllen

21.05.2026 12:05 Nationalmannschaft

Es ist die wohl letzte realistische Chance: Wenn Belgien im Sommer 2026 in Nordamerika auf dem Rasen steht, dürfte es das endgültige Kapitel jener "goldenen Generation" sein, die seit über einem Jahrzehnt zu den talentiertesten Kadern Europas zählt – und dennoch nie den ganz großen Wurf landete. Unter dem neuen Nationaltrainer Rudi Garcia wollen Kevin De Bruyne, Romelu Lukaku und Thibaut Courtois nun das schaffen, was ihnen in Brasilien 2014, Russland 2018 und Katar 2022 verwehrt blieb: einen Titel oder zumindest ein Finale. Der Franzose Garcia hat das Amt in einer schwierigen Übergangsphase übernommen. Nach dem enttäuschenden Vorrunden-Aus in Katar und dem mäßigen Auftritt bei der EM 2024 unter Domenico Tedesco war klar: Es braucht frischen Wind, aber auch jemanden, der den verbliebenen Routiniers Respekt entgegenbringt. Garcia, einst Trainer bei Olympique Lyon, AS Rom und Neapel, gilt als Kommunikator – und genau das schien den "Roten Teufeln" zuletzt zu fehlen.

Spielplan: Belgien

Mo, 15.06.2026Lumen Field 
BELEGY
 - : -
So, 21.06.2026SoFi Stadium 
BELIRN
 - : -
Sa, 27.06.2026AT&T Stadium 
NZLBEL
 - : -
Sportlich ruht weiterhin viel auf den Schultern von Kevin De Bruyne. Der Mittelfeldstratege, mittlerweile 34 Jahre alt und nach seinem Abschied aus Manchester bei einem neuen Klub aktiv, bleibt das kreative Herzstück. Seine Verbindung zu Lukaku, der in der Serie A regelmäßig trifft, ist nach wie vor das offensive Trumpf-Ass. Im Tor steht mit Thibaut Courtois einer der weltbesten Schlussmänner, dessen Rückkehr ins Nationalteam nach öffentlich ausgetragenen Differenzen mit Tedesco als kleine Sensation gefeiert wurde. Garcia gelang es, den Real-Madrid-Keeper zurückzuholen – ein wichtiges Signal der Versöhnung. Doch Belgien ist mehr als nur seine Stars von gestern. Spieler wie Jérémy Doku, Johan Bakayoko, Charles De Ketelaere oder der defensivstarke Wout Faes sollen die Brücke zu einer neuen Ära schlagen. Garcia experimentiert mit einer flexiblen Viererkette und einem variablen Mittelfeld, in dem De Bruyne als hängende Spitze hinter Lukaku agieren kann. Die Idee: Erfahrung und Tempo verbinden, ohne das Korsett zu eng zu schnüren. Die Qualifikation für die WM 2026 verlief solide, wenn auch nicht spektakulär. Belgien profitierte vom erweiterten Teilnehmerfeld mit 48 Mannschaften, was den Druck reduziert, aber zugleich neue Anforderungen mit sich bringt: Mehr Spiele, längere Reisen, höhere physische Belastung – Faktoren, die einer alternden Achse zusetzen könnten. Garcia weiß das und plant bereits jetzt mit einer ausgeklügelten Rotation. Auch die Hitze in Städten wie Dallas, Miami oder Monterrey wird ein Thema sein. Sportlich gilt Belgien nicht mehr als Topfavorit wie noch 2018, als das Team im Halbfinale knapp an Frankreich scheiterte und am Ende WM-Dritter wurde. Doch genau diese Außenseiterrolle könnte den Roten Teufeln liegen. Ohne den erdrückenden Erwartungsdruck früherer Jahre, dafür mit der Wut im Bauch einer Generation, die weiß, dass dies ihre letzte Bühne ist, traut man der Mannschaft durchaus eine starke K.-o.-Runde zu. De Bruyne hat angekündigt, nach der WM seine Länderspielkarriere zu beenden. Auch Lukaku und Courtois dürften kaum noch ein weiteres Großturnier erleben. Für sie alle gilt: Es ist jetzt oder nie. Rudi Garcia hat die Aufgabe, aus dieser Drucksituation Energie statt Lähmung zu erzeugen. Gelingt ihm das, könnte Belgiens goldene Generation doch noch ihr verdientes Happy End schreiben.

Top News
Nagelsmanns WM-Kader 2026: Neuers Comeback und die große Streichliste
Oranje-Revolution unter Koeman: Wie Xavi Simons und Cody Gakpo die Elftal zurück an die Weltspitze führen sollen
Vom Telstar zum Trionda: Wie der neue WM-Ball mit Chip-Technologie das Turnier 2026 revolutioniert