Aktuelle News zur WM 2026 - USA, Kanada & Mexiko

Aktuelle News zur WM 2026 - USA, Kanada & Mexiko

07.06.2026 13:51 Nationalmannschaft

Lange Zeit sah es nicht danach aus, als würde Kamerun in diesem Jahr eine große Rolle im afrikanischen Fußball spielen. Interne Querelen, ein offen ausgetragener Streit zwischen Trainer Marc Brys und Verbandspräsident Samuel Eto'o sowie sportliche Rückschläge prägten die Schlagzeilen rund um die unzähmbaren Löwen. Doch ausgerechnet in dieser turbulenten Phase deutet sich ein bemerkenswertes Comeback an – und die Hoffnung auf eine Rückkehr zur WM-Bühne lebt wieder auf.

Im Zentrum der Diskussion steht weiterhin der Belgier Marc Brys, der im Frühjahr 2024 vom kamerunischen Sportministerium installiert wurde – sehr zum Unmut von Verbandschef Eto'o. Der frühere Weltklassestürmer hatte den Trainer öffentlich kritisiert, dessen Kompetenzen infrage gestellt und sogar eigene Kandidaten ins Spiel gebracht. Über Monate hinweg drohte der Machtkampf, die Mannschaft auseinanderzureißen. Spieler berichteten von Verunsicherung in der Kabine, Trainingsinhalte gerieten zur Nebensache.

Doch Brys ließ sich nicht beirren. Mit ruhiger, pragmatischer Hand baute der 64-Jährige ein neues taktisches Gerüst auf, setzte verstärkt auf eine Mischung aus erfahrenen Profis wie André-Frank Zambo Anguissa und Bryan Mbeumo sowie auf junge Talente aus den europäischen Top-Ligen. Sein Ansatz: kompaktes Defensivverhalten, schnelles Umschaltspiel und klare Rollenverteilung. Was nach Lehrbuchfußball klingt, war im kamerunischen Nationalteam zuletzt Mangelware.

Die Ergebnisse geben ihm recht. In der WM-Qualifikation für 2026 hat sich Kamerun in eine aussichtsreiche Position gebracht. Die Mannschaft präsentierte sich zuletzt deutlich stabiler, gewann wichtige Spiele und zeigte jene Mentalität, für die die Löwen einst gefürchtet waren. Brys gelingt es offenbar, das fragile Gleichgewicht zwischen Stars und Ergänzungsspielern zu wahren – ein Kunststück, an dem viele seiner Vorgänger gescheitert sind.

Auch im Umfeld scheint sich die Lage zu beruhigen. Zwar gilt das Verhältnis zwischen Brys und Eto'o weiterhin als angespannt, doch das Sportministerium stellte sich zuletzt klar hinter den Coach. Mehrere ehemalige Nationalspieler – darunter Stimmen aus der goldenen Generation um Rigobert Song – riefen öffentlich zur Geschlossenheit auf. Die Botschaft: Kamerun dürfe seine WM-Chance nicht durch interne Grabenkämpfe verspielen.

Sportlich hat das Team unter Brys an Identität gewonnen. Anguissa entwickelt sich im Mittelfeldzentrum zur unbestrittenen Führungsfigur, Mbeumo sorgt mit seiner Form bei Brentford FC für Furore, und Torhüter André Onana – nach schwierigen Monaten bei Manchester United – scheint sich zu stabilisieren. Hinzu kommen junge Offensivkräfte wie Georges-Kévin Nkoudou und Frank Magri, die dem Spiel mehr Variabilität verleihen.

Sollte Kamerun den Sprung zur WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko tatsächlich schaffen, wäre es nicht nur eine sportliche, sondern auch eine politische Erfolgsgeschichte. Brys hätte bewiesen, dass selbst inmitten eines öffentlich ausgetragenen Machtkampfs sportliche Substanz möglich ist. Und die Fans der unzähmbaren Löwen, die seit dem märchenhaften WM-Lauf 1990 auf eine ähnliche Sensation warten, dürften wieder zu träumen beginnen.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob das Comeback nachhaltig ist. Klar ist: Mit Brys hat Kamerun einen Trainer gefunden, der sich vom Lärm nicht beeindrucken lässt. Genau diese Eigenschaft könnte am Ende den entscheidenden Unterschied machen – auf dem Weg zu einer WM, die für Kamerun mehr werden soll als nur eine Teilnahme.

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