Japans Samurai Blue auf Titelmission: Moriyasus mutiger Plan für die WM 2026

Japans Samurai Blue auf Titelmission: Moriyasus mutiger Plan für die WM 2026

19.05.2026 16:40 Teams & Spieler

Wenn die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko angepfiffen wird, reist eine japanische Nationalmannschaft an, die so selbstbewusst auftritt wie nie zuvor. Trainer Hajime Moriyasu hat in den vergangenen Jahren ein Team geformt, das nicht mehr nur als sympathischer Außenseiter aus Asien wahrgenommen werden möchte. Das erklärte Ziel des japanischen Verbandes lautet seit Jahren offiziell: Weltmeister werden. Was lange Zeit wie eine kühne Marketing-Botschaft klang, gewinnt mit Blick auf die aktuelle Generation tatsächlich an Substanz. Japan hatte sich als erste asiatische Nation überhaupt sportlich für die WM 2026 qualifiziert – souverän, dominant und mit einer Mischung aus taktischer Reife und individueller Klasse, die in Asien ihresgleichen sucht. Unter Moriyasu, der seinen Vertrag nach dem historischen Achtelfinaleinzug bei der WM 2022 verlängerte, hat sich die Mannschaft spielerisch enorm weiterentwickelt. Wo früher Disziplin und Laufbereitschaft die Hauptmerkmale waren, dominieren heute Ballbesitzfußball, schnelles Umschaltspiel und mutiges Pressing. Im Zentrum dieser Entwicklung steht vor allem ein Name: Takefusa Kubo. Der Offensivstar, der einst in der Jugendakademie des FC Barcelona ausgebildet wurde und mittlerweile bei Real Sociedad in der spanischen La Liga zu den auffälligsten Akteuren zählt, ist der kreative Kopf des japanischen Spiels. Mit seiner Dribbelstärke, seinem Auge für den entscheidenden Pass und seiner Kaltblütigkeit vor dem Tor verkörpert er eine neue Generation japanischer Fußballer, die international auf höchstem Niveau angekommen ist. Er wird beim Turnier die Fäden im Angriffsspiel ziehen müssen – auch, weil das Team vorraussichtlich verletzungsbedingt auf seinen kongenialen Partner Kaoru Mitoma (Brighton & Hove Albion) sowie Monaco-Star Takumi Minamino verzichten muss, die den Sprung in den finalen WM-Kader nicht rechtzeitig geschafft haben. Trotz dieser schmerzhaften Ausfälle bildet Japan ein Kollektiv, das in der Breite so stark besetzt ist wie noch nie. Angeführt wird die Mannschaft von Kapitän Wataru End? (FC Liverpool), der nach einer im Frühjahr erlittenen Bänderverletzung rechtzeitig fit gemeldet wurde und das emotionale sowie strategische Zentrum im Mittelfeld besetzt. Zusammen mit spielstarken Profis wie Daichi Kamada und dem in Deutschland gereiften Junya Ito verfügt Moriyasu über ein hochkarätiges Gerüst. Moriyasus taktischer Ansatz ist dabei extrem flexibel. Während Japan gegen vermeintlich schwächere Gegner ein klares 4-2-3-1 mit hohem Pressing bevorzugt, schaltet das Team gegen Topnationen geschickt auf eine kompakte Fünferkette um. Genau diese Wandlungsfähigkeit war es, die bei der WM 2022 sowohl Deutschland (2:1) als auch Spanien (2:1) ratlos zurückließ. Erst im Elfmeterschießen gegen Kroatien war Schluss – eine Lektion, aus der Moriyasu nach eigenen Aussagen viel mitgenommen hat. Für 2026 setzt der japanische Verband auf eine konsequente Verzahnung zwischen Profis in Europa und der heimischen J-League. Fast der gesamte WM-Kader steht mittlerweile bei europäischen Klubs unter Vertrag – ein Rekord für eine asiatische Nation. Diese Internationalisierung sieht Moriyasu als entscheidenden Faktor: „Unsere Spieler messen sich Woche für Woche mit den Besten der Welt. Diese Erfahrung bringen sie in die Nationalmannschaft ein.“

Spielplan: Japan

So, 14.06.2026Levi's Stadium 
NEDJPN
 - : -
So, 21.06.2026Levi's Stadium 
TUNJPN
 - : -
Fr, 26.06.2026BMO Field 
JPNSWE
 - : -
Ob es am Ende für den ganz großen Coup reicht, bleibt offen. Aber Japan ist auf dem besten Weg, sich endgültig in der erweiterten Weltspitze zu etablieren. Sollte das Team das Viertelfinale erreichen – ein Ergebnis, das in Japan als realistisches Etappenziel gilt – wäre dies nicht nur ein historischer Erfolg, sondern auch ein Signal an den gesamten asiatischen Fußball: Die Zeit der ewigen Außenseiterrolle könnte endgültig vorbei sein.

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