
Die Schweizer Fussballnationalmannschaft steht vor einer historischen Aufgabe. Wenn die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko angepfiffen wird, will die Nati endlich jenen Bann brechen, der sie seit Jahren verfolgt: das frühe Ausscheiden im Achtelfinale einer WM. Nationaltrainer Murat Yakin setzt dabei auf eine ausgewogene Mischung aus erfahrenen Routiniers und jungen, aufstrebenden Talenten – allen voran Captain Granit Xhaka und Senkrechtstarter Dan Ndoye.
Speziell bei Weltmeisterschaften ist das Muster seit 2014 fast schon ein Trauma: Die Schweiz übersteht die Gruppenphase souverän, scheitert dann aber an der ersten K.o.-Hürde. Während die Nati bei den vergangenen Europameisterschaften bereits bewiesen hat, dass sie die Runde der letzten Acht erreichen kann, blieb ihr der Sprung ins Viertelfinale einer Weltmeisterschaft seit 1954 verwehrt. Ob das bittere Aus gegen Argentinien 2014, das knappe Scheitern gegen Schweden 2018 oder zuletzt das 1:6-Debakel gegen Portugal 2022 – genau dieser historische WM-Makel soll 2026 endgültig der Vergangenheit angehören.
Spielplan: Schweiz
| Sa, 13.06.2026 | AT&T Stadium | | | QAT | SUI | | | - : - | |
| Do, 18.06.2026 | SoFi Stadium | | | SUI | BIH | | | - : - | |
| Mi, 24.06.2026 | AT&T Stadium | | | SUI | CAN | | | - : - | |
WM Spielplan →
Murat Yakin, der das Team nach einer starken EM wieder stabilisiert hat, baut sein Konzept klar um Granit Xhaka auf. Der Captain, der bei Bayer 04 Leverkusen in der Bundesliga als Taktgeber glänzt, verkörpert wie kein Zweiter die Identität dieser Mannschaft. Mit weit über 130 Länderspielen ist er das taktische und emotionale Zentrum, der Mann, der das Spiel im Mittelfeld lenkt und die jüngeren Kollegen führt. Xhaka selbst hat mehrfach betont, dass die WM 2026 möglicherweise sein letztes grosses Turnier sein wird – ein zusätzlicher Antrieb, endlich Geschichte zu schreiben.
Neben dem Captain richten sich die Hoffnungen vor allem auf Dan Ndoye. Der Flügelstürmer, der beim FC Bologna in der italienischen Serie A brilliert, hat sich in den vergangenen Monaten zu einem der spannendsten Offensivspieler Europas entwickelt. Mit seinem Tempo, seiner Dribbelstärke und seinem Auge für den Pass bringt er genau jene Unberechenbarkeit ins Schweizer Spiel, die in der Vergangenheit oft gefehlt hat. Ndoye gilt als das Gesicht einer neuen Generation, die unbekümmert auftritt und sich auch vor den ganz Grossen nicht versteckt.
Doch nicht nur das Duo Xhaka/Ndoye soll es richten. Mit Manuel Akanji von Manchester City, Ricardo Rodriguez, Remo Freuler und dem wiedergenesenen Breel Embolo verfügt Yakin über ein erfahrenes Gerüst. Im Tor ist Gregor Kobel nach dem Nati-Rücktritt von Yann Sommer der unumstrittene Rückhalt und die klare Nummer eins. Spannend wird sein, wie Yakin die Talente Zeki Amdouni, Ardon Jashari und Fabian Rieder integriert. Sie alle haben in der Qualifikation starke Argumente für einen Stammplatz gesammelt.
Taktisch dürfte die Nati auf ein flexibles 4-2-3-1 setzen, das bei Bedarf in ein kompakteres 4-3-3 wechseln kann. Yakin betont immer wieder die Bedeutung einer stabilen Defensive – ein Markenzeichen früherer Schweizer Erfolge. Gleichzeitig soll das Umschaltspiel über die schnellen Aussenbahnen mit Ndoye und Rieder zur Waffe werden.
Die Erwartungen in der Heimat sind hoch, aber realistisch. Die Schweiz will sich nicht nur durch die Gruppenphase mogeln, sondern dieses Mal auf der allergrössten Bühne den nächsten Schritt machen. Ob das gelingt, hängt von vielen Faktoren ab – von der Auslosung über die Verletzungssituation bis hin zur Tagesform in K.o.-Spielen. Eines aber ist sicher: Diese Generation um Xhaka und Ndoye hat das Potenzial, endlich jenen historischen WM-Achtelfinal-Fluch zu durchbrechen und Schweizer Fussballgeschichte zu schreiben.