Die im Jahr 2014 stattfindende Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien sollte zugunsten wichtigerer Projekte abgesagt werden. Dieser Meinung ist zumindest der österreichisch-brasilianische Bischof Erwin Kräutler von Xingu. Seiner Meinung nach sei die Weltmeisterschaft Wahnsinn und absolut unnötig. Der Bischof der größten Diözese Brasiliens merkte an, dass es auch heute noch Schulen gebe, in denen die Kinder keine Stühle hätten – worauf Kräutler hinaus will: es gibt wichtigere Dinge als eine Fußball-Weltmeisterschaft.
Bereits seit Jahren engagiert sich der gebürtige Österreicher für die Rechte der Armen und Entrechteten seiner Diözese. Dabei habe er sich eigener Auskunft nach mit Mächtigen angelegt, die die Region ausbeuten und den Menschen schaden würden. Neben Anerkennung – Kräutler erhielt unter anderem den alternativen Friedensnobelpreis – handelte sich der Bischof so auch viele Feinde ein. Nachdem 2005 seine engste Mitarbeiterin ermordet wurde wird der Bischof rund um die Uhr bewacht.
Von seiner Denkweise her wird Kräutler immer wieder mit Papst Franziskus verglichen. Dem Thema Fußball-WM in Brasilien allerdings nimmt er sich alleine an. Und auch wenn die von Kräutler angeführten Gründe durchaus sinnig und korrekt sind – eine Absage der WM 2014 in Brasilien ist aus religiösen Gründen mehr als vage. Finanzielle oder politische Belange wären hier deutlich ernster zu nehmende Aspekte. Im Endeffekt wird die WM 2014 in Brasilien stattfinden – trotz des Protestes von Bischof Kräutler.