
Chile nimmt bei der WM 2014 in Brasilien zum neunten Mal an einer WM Endrunde teil. Nicht wenige Fußballexperten trauen den Chilen dabei den großen Wurf zu. Bei der WM in Südafrika waren die Brasilianer im Achtelfinale jedoch erwartungsgemäß eine Nummer zu groß. Seit der WM 2010 hat sich die Mannschaft um Trainer Jorge Sampaoli spielerisch und taktisch nochmals weiter entwickelt. Die Leistungsträger der Mannschaft stehen größtenteils bei europäischen Top-Clubs unter Vertrag. Auch gegen die DFB-Elf konnten die Chilen trotz eines 0:1 als gefühlter Sieger vom Platz gehen. Mehr Torschüsse (17:6), mehr Ecken(13:4) sowie die klareren Chancen, welche allerdings auch nicht genutzt wurden, standen am Ende auf dem Konto Chiles. Bundestrainer Joachim Löw konstatierte nach dem Spiel: "Das war genau der Gegner, den wir gebraucht haben vor der WM. Er hat uns alles abverlangt". Er traue der Mannschaft, so Löw bei der WM in Brasilien die ganz große Überraschung zu. Auch gegen andere Mannschaften konnten die Chilenen im Vorfeld überzeugen und klarstellen, dass diese Mannschaft auf keinen Fall unterschätzt werden darf. Gegen Welt- und Europameister Spanien kam man zu einem beachtlichen 2:2 und gegen England schaffte man einen 2:0 Erfolg. Gegen Brasilien reichte es zwar nur zu einer knappen Niederlage (2:1), dennoch war man von der Spielanlage und den Chancen ebenso wie gegen Deutschland mindestens ebenbürtig.
In der WM Qualifikation wurde 'La Roja' hinter Argentinien und Kolumbien Dritter und sicherte sich nach anfänglichen Schwierigkeiten die direkte Qualifikation für Brasilien. In den ersten drei Spielen setzte es gleich zwei ordentliche Niederlagen gegen Argentinien (1:4) und gegen Uruguay (0:4). Dies führte dazu, dass der ehemalige Trainer Claudio Borghi von seinem Landsmann Marcelo Bielsa abgelöst wurde. Dieser lässt aber weiterhin ebenfalls in einem offensiven 3-4-3 System spielen, da er wie sein Vorgänger, ein Verfechter des argentinischen Angriffsfußballs ist. Ziel der Chilenen ist nach dem Aus im Achtelfinale der WM 2010 nun mindestens das Erreichen des Viertelfinals.
Im Mittelfeld haben die Chilen einen absoluten Topmann in ihren Reihen. Der von Rudi Völler einst bei der Junioren WM 2007 entdeckte Arturo Vidal. Seit 2011 bei Juventus Turin unter Vertrag ist er dort zusammen mit Torwart Gianluigi Buffon und Andrea Pirlo der herausragende Spieler und auch in der Nationalmannschaft ist er ein Eckpfeiler des chilenischen Spiels. In der WM Qualifikation steuerte er sechs Tore sowie sechs Assist bei. In 22 Spielen für einen offensiven Mittelfeldspieler ein beachtlicher Wert. Im Sturm hat Chile einen Spitzenstürmer: Alexis Sanchez vom FC Barcelona. Neben Größen wie Messi, Neymar oder Pedro hat er sich dort etablieren können. Auch in der WM Qualifikation konnte er sieben Treffer erzielen. Der Großteil der Spieler von 'La Roja' konnten bereits wertvolle Auslandserfahrungen sammeln. Bei ihren Vereinen gehören sie zum Stammpersonal.
Aufgrund der Topspieler in ihren Reihen und der insgesamt guten mannschaftlichen Qualität ist den Chilen wieder eine ähnlich gute Rolle wie der WM in Südafrika zuzutrauen. Das ganz große Ziel des WM-Triumphs scheint aber definitiv unrealistisch zu sein. Auch die wirklich starke Gruppe B mit Spanien, Niederlande und Australien muss 'La Roja' zunächst einmal überstehen.
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