England im Team- Porträt - die 32 WM Teilnehmer - WM 2018

England im Team Porträt

11.06.2014 21:07
Nach der Auslosung der Gruppe D machte sich in ganz England schnell Ernüchterung breit. Teammanager Roy Hodgson konstatierte treffend: "Zum ersten Mal seit langer Zeit glaube ich, dass die Erwartungen an die englische Mannschaft im Land ziemlich gering sind. Dieses Mal ist es klar, dass wir sehr, sehr weit von einem Titelgewinn entfernt sind.". England hat bei einem großen Turnier noch nie gegen Italien, Uruguay oder Costa Rica gewonnen. Für die Three Lions hätte es nicht schlimmer kommen können. Dennoch bleibt festzuhalten, dass England die WM Qualifikation realtiv souverän meisterte, wenn auch die Gruppengegner Ukraine, Polen oder Montenegro nicht gerade zu den größten Fußballnationen zählen. Insgesamt zehn mal trat England bei einer WM an. Sechs Mal war davon im Elfmeterschießen Schluss. Um dieses Trauma zu überwinden wurde ein renommierter Sportpsychologie engagiert. Steve Peters, der bereits Sportgrößen wie Sir Chris Hoy (Bahnrad), Ronnie O'Sullivan (Snooker) und den FC Liverpool in die Erfolgsspur zurückgebracht hat, soll es nun also auch bei den Three Lions versuchen. Doch um das Trauma des Elfmeterschießens zu überwinden, muss die Mannschaft aber zunächst mal die Vorrunde überstehen. Viele in der Heimat sind sehr skeptsich was das anbelangt und die Sun prophezeite sogar, die Mannschaft werde "im ersten Flieger sitzen, der Rio verlässt". Im Spiel gegen die Deutschen im vergangen November brachte England erstmals seit 1999 keinen Torschuss in 90 Minuten zustande. Grund genug für die gefürchtete Yellow Press der Mannschaft jegliche Qualität abzusprechen. Auch das 0:2 gegen Chile machte den Briten schmerzlich deutlich, dass sie doch ein ganzes Stück von der Weltspitze entfernt sind.
 
Der große Umbruch in der englischen Mannschaft, ist bisher ausgeglieben. Dies liegt auch daran, dass die Clubs der Premier League - mit Ausnahme von Liverpool - lieber auf teure Stars als auf junge Talente setzen. Aber auch mit den Altstars mangelt es der Mannschaft an Qualität. Die Mittelfeldstrategen Frank Lampard (FC Chelsea) und Steven Gerard (FC Liverpool) sind über dem Zenit ihrer Leistungsfähigkeit. Top-Stürmer Wayne Rooney (Manchester United) befindet sich gerade in einem Leistungstief und Torhüter Joe Hart (Mannchester City) hat viel von seiner Souveränität eingebüst. Die Innenverteidigung ist die größte Baustelle. Rio Ferdinand und John Terry stehen dem Coach nicht mehr zur Verfügung und zu wenige junge Spieler rücken nach. Die Three Lions befinden sich in einer Übergangsphase. Hodgson wird es schwer haben mit den zur Verfügung stehenden Akteuren.
 
Das Auftaktmatch, welches bei vorraussichtlich über 30° und einer Luftfeuchtigkeit jenseits von 50% stattfinden wird, bestreitet England in Manaus gegen Italien. Die Italiener, bei der letzten EM bis ins Finale vorgerückt, werden der Gratmesser für England sein, insofern man die Vorrunde überstehen will. So richtig glaubt aber eh niemand, dass England eine gute WM spielen wird. Der ganz große Wurf scheint angesichts der Personaldecke äußerst unwahrscheinlich.