
Foto By Chensiyuanhttp://en.wikipedia.org/wiki/File:1_rocinha_favela_closeup.JPG
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Bei wiederholten Ausschreitungen in Rio de Janeiro in einer der Favelas wurde am Samstag morgen ein Polizist erschossen. Laut Polizei wurde der 44-jährige so schwer am Hals getroffen, dass jede Hilfe zu spät kam. Er hatte zwei verdächtige Personen auf einem Motorraad kontrolliert, als einer der beiden das Feuer eröffnete. Von den Tätern spielt bisher jede Spur.
Noch knapp drei Monate bis zur WM in Brasilien und die kommunalen Ordnungshüter scheinen die Probleme in den Favelas nicht in den Griff zu bekommen. Die zuvor dort herschenden Banden bereiten den Polizisten in Rio de Janeiro zunehmend Kopfzerbrechen. Nach mehreren Angriffen auf Polizisiten in den Armenvierteln hatte der Gourverneur des gleichnamigen Bundesstaates Sergio Cabral die Staatspräsidentin Dilma Rousseff um Hilfe gebeten: "Es ist klar, dass Verbrecher die Gebiete zurückerobern wollen, die jahrzehntelang in ihrer Hand waren"
Um die Stadt sicherer zu machen und das Image einer Verbrechenshochburg abzulegen wurden auf geheiß der Kommunalregierung sog. Befriedungseinheiten gebildet. In diesen Gebieten sind aktuell 9.000 Polizisten im Einsatz, die sich um knapp 600.000 Menschen in den Slums kümmern sollen. Ziel war es die vorherschenden Drogenkartelle aus den Favelas zu vertreiben. Die Zahl der Angriffe auf Polizisten hatte in den vergangen Wochen wieder verstärkt zugenommen. Im Hinblick auf die kommende Fußball WM in knapp 3 Monaten wirft dieser Vorfall nun wieder Sicherheitsfragen auf.