Die Russische Nationalmannschaft (Sbornaja), von der FIFA zum direkten Nachfolger der Nationalmannschaften der GUS (Gemeinschaft unabhängier Staaten) und der UdSSR erklärt, konnte sich seit der Auflösung der Sowjetunion bisher bei drei von sechs Anläufen für eine WM Endrunde qualifizieren. Bei allen Teilnahmen kam die russische Nationalmannschaft aber nie über die WM Vorrunde hinaus. 2018 wird Russland selbst Gastgeber einer WM sein. Aus diesem Grund wird die Entwicklung des russischen Fußballs kontinuirlich vorangetrieben. Eine intensive Nachwuchsförderung soll die schlechten Leistungen der Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren vergessen machen. Den größten Erfolg konnte Russland während der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz erlangen. Dort konnte man bis ins Halbfinale vordringen. Gegen den späteren Europameister Spanien mussten sich die Russen dann allerdings wie auch schon in der Gruppenphase geschlagen geben (0:3).
So lief die WM Qualifikation
Russland konnte sich in Gruppe F vor Portugal direkt für die WM qualifizieren. Gegen den stärksten Konkurrenten Portugal konnte man zu Hause mit 1:0 gewinnen. In der Ferne gewannen die Portugiesen dann allerdings ebenfalls mit 1:0. Hinzu kam eine weitere Niederlage gegen Nordirland (0:1). Da es Portugal gleichzeitig in drei Partien nur zu einem Unentschieden reichte (Nordirland, Israel 2x) konnte Russland das WM Ticket mit einem Punkt Vorsprung direkt lösen. Russland reichte dazu ein 1:1 in Aserbaidschan am letzten Spieltag. Portugal konnte sich letztendlich über die Playoffs qualifizieren. Insgesamt erzielten sieben Spieler die 20 Tore für die russische Föderation, Alexander Kerschakow mit fünf Toren die meisten. Trainer Fabio Capello setzte insgesamt 26 Spieler ein, von denen fünf alle 10 Spiele absolvierten.
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Pos |
|
Mannschaft |
Sp. |
Tore |
G |
U |
V |
Pkt |
|
1 |
|
Russland |
10 |
+15 20:5 |
7 |
1 |
2 |
22 |
|
2 |
|
Portugal |
10 |
+11 20:9 |
6 |
3 |
1 |
21 |
|
3 |
|
Israel |
10 |
+5 19:14 |
3 |
5 |
2 |
14 |
|
4 |
|
Aserbaidschan |
10 |
-4 7:11 |
1 |
6 |
3 |
9 |
|
5 |
|
Nordirland |
10 |
-8 9:17 |
1 |
4 |
5 |
7 |
|
6 |
|
Luxemburg |
10 |
-19 7:26 |
1 |
3 |
6 |
6 |
Herausragende Spieler
Russland ist in der Defensive als auch in der Offensive gut besetzt. Torhüter Igor Akinfeev gilt als Rückhalt im Tor. Der Kapitän vom ZSKA Moskau spielt regelmäßig in der Championsleague und ist daher international sehr erfahren. Mit seinem Verein konnte er sich allerdings nicht fürs Achtelfinale qualifizieren. In der Nationalmannschaft ist der 27 Jahre alte Torhüter unter Trainer Capello gesetzt.
Im Mittelfeld haben die Russen ein absolutes Juwel in ihren Reihen. Alan Dzagoev (23) konnte in bisher 29 Spielen stolze 8 mal treffen. Für einen Mittelfeldspieler eine sehr gute Quote. Sein Debüt in der Nationalmannschaft gab Dzagoev mit 18 Jahren und 116 Tagen als zweitjüngster Spieler in der Geschichte der Nationalmannschaft. Dennoch bleibt festzuhalten, dass der schon mit mehreren Topclubs in Verbindung gebrachte Spieler aktuell eine gewisse Stagnation durchläuft. Zum absoluten Topspieler konnte er sich bisher noch nicht entwickeln.
Im Sturm spielt ein sehr erfahrener und torgefährlicher Stürmer. Alexander Kerschakow hat seit seinem Wechsel zu Zenit Sankt Petersburg im Jahr 2010 in 65 Spielen stolze 42 Tore getroffen. Auch in der Nationalmannschaft konnte er in 67 Spielen immerhin 22 mal treffen. Kerschakows Spiel ist nicht unbedingt schön. Der mittlerweile 31 Jahre alte Stürmer lebt von seiner Kraft und dem grenzenlosen Durchsetzungsvermögen und strahlt stets die notwendige Torgefahr aus.
Russland trifft in
Gruppe H im ersten Spiel auf Südkorea (18.06). Es folgen die Spiele gegen Belgien (22.06) und Algerien (26.06.). Die Gruppe H ist relativ ausgeglichen besetzt. Eine absolute Topmannschaft fehlt. Für Russland scheint die Qualifikation fürs Achtelfinale durchaus im Bereich des Möglichen zu sein. Zumal die Mannschaft im Hinblick auf die kommende WM im eigenen Land sicherlich ein erstes Ausrufezeichen setzen möchte.