Uruguay nimmt zum zwölften Mal an einer WM Endrunde teil. La Celeste konnte vor allem in den frühen Tages des internationalen Fußballs auf sich aufmerksam machen. 1930 und 1950 gewann Uruguay die Weltmeisterschaft. In bitterer Erinnerung bleibt vielen der "Maracanazo", jener 16. Juli 1950, als Uruguay den stark favorisitieren Brasilianern bei der Heim-WM im legendären Maracana-Stadion vor 200.000 Zuschauern den WM Pokal wegschnappte. Gut, dass sich in Anbetracht der geschichtsträchtigen Ereignisse, Uruguay als 32. und damit letztes Team doch noch für die WM 2014 qualifizieren konnte. Eine WM in Brasilien ohne das kleine Uruguay, welches den Brasilienern die schlimmste Schmach ihrer Fußballhistorie bereitet hatte, wäre undenkbar gewesen.
Wie die Jahre zuvor musste sich Uruguay wie 2001, 2005 und 2009 durch die Playoffs qualifizieren. Die Leistungen in der Südamerika-Qualifikation mit denen letzendlich Platz 5 raussprang, reichten nicht, um sich direkt zu qualifizieren. Drei der vier Playoff-Spiele konnte Uruguay dann aber gewinnen. Zudem stand zwei Mal hinten die Null, was der Celeste in der WM Qualifikation nicht allzu häufig gelang. Bei der WM werden die Urus nicht ganz zu Unrecht als Geheimtipp gehandelt. Die geballte Offensive mit Edinsion Cavani (PSG) und Liverpools Suarez wird von Alt-Star Diego Forlan abgerundet. Suàrez konnte sich in der Südamerika-Qualifikation mit elf Treffern sogar vor Lionel Messi (10 Treffer) als bester Torschütze durchsetzen. Auch in der Premeier League wurde er mit 31 Treffern Torschützenkönig. Cavani, dessen Dienste Paris St. Germain stolze 64 Millionen wert waren, bildet im Verein zusammen mit Zlatan Ibrahimovic ein treffsicheres Sturm-Duo. Der alternde Diego Forlan, in Südafrika noch mit dem goldenen Ball ausgezeichnet, wird angesichts der jüngeren Konkurrenz bei der WM in Brasilien vermutlich des öfteren als Joker ins Spielgeschehen eingreifen.
Bei der letzten WM in Südafrika konnten die Urus ihr bestes Ergebnis seit der WM 1970 feiern. Der vierte Platz, resultierend aus der Niederlage im kleinen Finale gegen Deutschland, war Grund genug, die Mannschaft in der Heimat mit einem Staatsempfang zu empfangen. Das nur 3,5 Millionen Einwohner zählende Land will in Brasilien wieder mindestens die Playoffs erreichen. Bei der WM 2014 in Gruppe D mit Italien, England und Costa Rica diesmal eine absolute Herausforderung. Trotz der Tatsache, dass Uruguay als Gruppenkopf gesetzt war hatte es definitiv kein Losglück. Gegen den vermeintlich leichteren Gegner trifft Uruguay im Auftaktmatch. Danach geht es gegen die großen Fußballnationen England und Italien.