Tausende ausländische Arbeiter schuften derzeit auf den Baustellen des Wüstenemirats Katar, um Infrastruktur und Stadien rechtzeitig fertigstellen zu können. Der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) erhebt nun schwere Vorwürfe gegen die Arbeitsbedingungen die dort vorherschen.
Schätzungen zufolge arbeiten in Katar etwa 1,2 Millionen Ausländer. Die überwiegende Anzahl stammt aus Indien, Nepal und Sri Lanka. Die meisten von Ihnen arbeiten als Bauarbeiter. Weitere 500.000 könnten in den kommenden Jahren den Weg nach Katar finden, so der IGB. Die britische Zeitung Guardian hatte, unter Berufung auf die nepalesische Botschaft, von 44 Toten berichtet, die allein zwischen dem 4.Juni und dem 8.August 2013 auf Baustellen in Katar ums Leben gekommen seien.
Die Todesfälle ereigneten sich aufgrund der harten und gefährlichen Arbeit aber auch aufgrund mangelnder Hygiene. Der IGB rechnet deshalb mit bis zu 600 Todesopfern pro Jahr, insofern sich an den Arbeitsbedingungen nichts ändert.
Berichten von Arbeitern zufolge seien diese trotz Temperaturen von 50 Grad zur Arbeit gezwungen worden. Trinkwasser wurde Ihnen verweigert. Weitere Berichte handeln davon, dass Pässe beschlagnahmt und Gehälter nicht gezahlt wurden. In den überfüllten Unterkünften seien aufgrund mangelnder Hygiene Krankheiten weit verbreitet. Die Regierung von Nepal rief aufgrund dessen ihre Botschafterin aus dem Land ab. Schon vor Monaten hatte sie auf die miserablen Umstände aufmerksam gemacht und von einem "offenen Gefängnis" gesprochen. Nach dem Abdrucken der Zitate ihrerseits und nach Beschwerde von Katar wurde Sie nun abgezogen.
"Katars Behörden unternehmen nichts Substanzielles, um das Problem anzugehen", so IGB-Generalsekratärin Sharan Burrow. Burrow hatte sich bereits mit Katars Arbeitsminister getroffen. Burrow sieht nur eine Chance, um das Problem zu beheben: Ein klares Signal der Fifa - der Verband dürfe keine Sklaverei dulden, welche auf einem "System moderner Sklaverei" aufbaue.
Die Fifa zeigte sich besorgt über die veröffentlichten Berichte. Man werde die Verantwortlichen aus dem Wüstenstaat kontaktieren. Beim Treffen des Fifa-Executivkommites am 3./4. Oktober werden die Berichte des Guardian ebenfalls Punkt der Tagesordnung sein. Katar hat bisher noch nicht zu den Berichten Stellung genommen. Katar gehört zu den reichsten Ländern der Erde.