Wenn am 11. Juni 2026 in Mexiko-Stadt der Anpfiff zur 23. Fußball-Weltmeisterschaft ertönt, könnte ein Kapitel der Fußballgeschichte seinem Ende entgegengehen. Cristiano Ronaldo, mit dann 41 Jahren einer der ältesten Akteure des Turniers, steht vor seiner sechsten und mit größter Wahrscheinlichkeit letzten Weltmeisterschaft. Für den portugiesischen Superstar geht es um mehr als nur einen sportlichen Erfolg – es geht um das krönende Finale einer beispiellosen Karriere.
Ronaldos Geschichte bei Weltmeisterschaften ist eine Mischung aus persönlichen Glanzleistungen und kollektiven Enttäuschungen. Seit seinem WM-Debüt 2006 in Deutschland war er stets das Aushängeschild der Seleção. Doch der ganz große Wurf blieb aus: 2006 endete der Traum im Halbfinale, 2010, 2014 und 2018 war jeweils vor dem Halbfinale Schluss. Bei der WM 2022 in Katar erlebte Ronaldo eine bittere Episode, als ihn Trainer Fernando Santos im Viertelfinale gegen Marokko auf die Bank setzte – ein Moment, der die Diskussion um seine Rolle im Nationalteam neu entfachte.
Unter dem neuen Bundestrainer Roberto Martínez hat Ronaldo jedoch ein bemerkenswertes Comeback gefeiert. Der Spanier setzt weiterhin auf die Erfahrung und Torgefahr des Kapitäns, der trotz seines Wechsels zu Al-Nassr in Saudi-Arabien seine Treffsicherheit unter Beweis stellt. In der Saudi Pro League erzielt er Tor um Tor, und auch im Nationaltrikot bleibt er der Rekordtorschütze – mit über 130 Länderspieltreffern eine Marke, die in absehbarer Zeit niemand erreichen dürfte.
Die Qualifikation für die WM 2026 verläuft für Portugal bislang erwartungsgemäß souverän. Mit einem talentierten Kader rund um Bernardo Silva, Bruno Fernandes, Rafael Leão und dem aufstrebenden Mittelfeldjuwel João Neves verfügt Martínez über eine Mannschaft, die durchaus zu den Mitfavoriten des Turniers zählt. Die Frage ist, welche Rolle Ronaldo bei der Endrunde tatsächlich einnehmen wird: Stürmerstar oder erfahrener Joker?
Das auf 48 Mannschaften erweiterte Turnier in den USA, Kanada und Mexiko bietet Portugal eine realistische Chance auf den ersten WM-Titel der Verbandsgeschichte. Den Europameistertitel von 2016 holte Ronaldo bereits, und auch in der Nations League konnte er triumphieren. Nur die Weltmeisterschaft fehlt noch in seiner persönlichen Trophäensammlung – ein Manko, das ihn im direkten Vergleich mit seinem ewigen Rivalen Lionel Mess
i schmerzt. 2026 könnte Ronaldo endlich diesen letzten Beweis antreten – oder er schreibt als würdiger Abschluss einer einzigartigen Karriere Geschichte, auch ohne den Pokal in den Händen zu halten.