Die Underdogs der WM 2026: Usbekistan, Kap Verde und Jordanien – wer sorgt für die große Überraschung?

Die Underdogs der WM 2026: Usbekistan, Kap Verde und Jordanien – wer sorgt für die große Überraschung?

07.05.2026 15:30

Mit der Aufstockung auf 48 Mannschaften öffnet die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko ihre Türen für eine ganze Reihe neuer Gesichter. Drei Debütanten ragen dabei besonders heraus: Usbekistan, Kap Verde und Jordanien. Alle drei feiern bei diesem Turnier ihre allererste WM-Teilnahme – und alle drei haben das Zeug dazu, die etablierten Fußballnationen das Fürchten zu lehren.

Usbekistan: Asiatische Geduld zahlt sich aus

Für den usbekischen Fußballverband ist es die Erfüllung eines jahrzehntelangen Traums. Mehrfach scheiterte die Mannschaft in der Vergangenheit knapp in den Playoffs der AFC. Diesmal aber gelang die direkte Qualifikation souverän. Trainer Timur Kapadse setzt auf eine taktisch disziplinierte Elf, die im Mittelfeld kompakt steht und über die Außen schnell umschaltet. Stürmer Eldor Schomurodow, in der Serie A bei der AS Rom kein Unbekannter, gilt als Schlüsselspieler. Hinzu kommen junge Talente wie Abbosbek Faizullaev, der bei CSKA Moskau für Furore sorgt. Usbekistan hat eine ganze Goldene Generation hervorgebracht – Vize-Asienmeister der U23 und Olympia-Teilnehmer 2024 belegen das eindrucksvoll.

Kap Verde: Die Inselauswahl schreibt Geschichte

Mit gerade einmal rund 500.000 Einwohnern wäre Kap Verde eines der kleinsten Länder, das jemals an einer WM teilnimmt. Die „Blauen Haie" haben sich in der afrikanischen Qualifikation gegen Schwergewichte wie Kamerun behauptet und damit den größten Erfolg ihrer Verbandsgeschichte gefeiert. Der Stil der Mannschaft ist geprägt von portugiesisch beeinflusster Technik und kreolischer Leidenschaft. Spieler wie Ryan Mendes, Bebé oder der pfeilschnelle Garry Rodrigues sorgen für Erfahrung, während junge Akteure aus den portugiesischen und französischen Ligen frischen Wind bringen. Kap Verdes größter Trumpf ist die Mischung aus Heimatverbundenheit und europäischer Ausbildungsqualität – viele Nationalspieler wuchsen in der Diaspora auf und kehrten für die Auswahl zurück.

Jordanien: Vom Geheimtipp zur Realität

Jordanien hatte sich bereits beim Asien-Cup 2024 mit dem Einzug ins Finale ins Rampenlicht gespielt. Nun krönt die Mannschaft um Trainer Hussein Ammouta diese Entwicklung mit der ersten WM-Qualifikation überhaupt. Stürmer Mousa Al-Tamari, der in der französischen Ligue 1 bei Montpellier brilliert, ist das Aushängeschild und verbindet individuelle Klasse mit der nötigen internationalen Erfahrung. Jordaniens Spielanlage basiert auf einer kompakten Defensive und schnellen Kontern – ein Profil, das gegen favorisierte Gegner durchaus für Überraschungen taugen kann.

Wer hat die besten Karten?

Im neuen Modus mit zwölf Vierergruppen erreichen nicht nur die Gruppensieger und -zweiten das Sechzehntelfinale, sondern auch die acht besten Gruppendritten. Damit reicht oft schon ein Sieg und ein Unentschieden, um in die K.-o.-Phase einzuziehen. Diese Konstellation spielt allen drei Underdogs in die Karten. Während Usbekistan athletisch und taktisch wohl am ausgereiftesten wirkt, könnte Kap Verde mit seiner unbekümmerten Spielweise zur Überraschungsmannschaft des Turniers werden. Jordanien wiederum profitiert von seinem eingespielten Kader und der Erfahrung aus dem Asien-Cup-Finale.

Klar ist: Die Erweiterung auf 48 Teams sorgt nicht nur für mehr Spiele, sondern auch für mehr Geschichten. Und wenn die Geschichte des Fußballs eines lehrt, dann dies: Bei einer WM ist alles möglich – auch ein Achtelfinaleinzug von einer Inselrepublik mit einer halben Million Einwohnern.