Die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko wird in jeder Hinsicht ein historisches Ereignis. Erstmals nehmen 48 statt 32 Mannschaften am Turnier teil – ein Format, das nicht nur die Spielanzahl auf 104 erhöht, sondern auch zahlreichen Nationen die Tür zur großen Fußballbühne öffnet, die bislang nur davon träumen konnten. Während die etablierten Fußballnationen wie Deutschland, Brasilien oder Frankreich weiterhin als Favoriten gelten, könnten gerade die WM-Neulinge für die größten emotionalen Momente sorgen.
Besonders im Fokus steht dabei Usbekistan. Die Zentralasiaten haben sich erstmals in ihrer Geschichte für eine Weltmeisterschaft qualifiziert und gelten als Geheimtipp. Mit einer technisch versierten Mannschaft, die in der asiatischen Qualifikation defensiv kaum zu knacken war, bringen die "Weißen Wölfe" alle Voraussetzungen mit, um in der Gruppenphase für Aufsehen zu sorgen. Trainer Timur Kapadse hat ein Team geformt, das von der Disziplin osteuropäischer Schulen und der Kreativität asiatischer Spielmacher lebt.
Auch Jordanien gehört zu den großen Newcomern. Die "Al-Nashama" haben sich nach Jahrzehnten des Anlaufs erstmals für die Endrunde qualifiziert und reisen mit einem ausgeglichenen Kader nach Nordamerika. Vor allem Stürmer Mousa Al-Tamari, der in Europa bei Stade Brest sein Können zeigt, könnte zum Gesicht des Turniers werden. Die Jordanier haben bereits beim Asien-Cup 2023 mit dem Einzug ins Finale bewiesen, dass sie auch gegen vermeintlich übermächtige Gegner bestehen können.
Aus Afrika sorgt Kap Verde für Furore. Der Inselstaat mit gerade einmal rund 500.000 Einwohnern wäre die kleinste Nation, die jemals an einer WM teilgenommen hat. Der Kader vereint Spieler aus den Topligen Portugals, Frankreichs und Italiens, viele von ihnen mit doppelter Staatsbürgerschaft und internationaler Erfahrung. Die "Tubarões Azuis" könnten mit ihrem mutigen, offensiven Stil unangenehme Gegner werden.
Spielplan: Usbekistan
| Čet, 18.06.2026 | Empower Field at Mile High | | | UZB | COL | | | - : - | |
| Uto, 23.06.2026 | AT&T Stadium | | | POR | UZB | | | - : - | |
| Ned, 28.06.2026 | Hard Rock Stadium | | | COD | UZB | | | - : - | |
Spannend wird auch der Auftritt Panamas, sofern die Mittelamerikaner ihre Quali-Form bestätigen, sowie möglicherweise Haitis oder Surinams aus der CONCACAF-Region. Das erweiterte Turnierformat begünstigt insbesondere kleinere Verbände, die bislang an den engen Kontingenten ihrer Konföderationen scheiterten. Die FIFA hat mit der Aufstockung bewusst ein Signal gesetzt: Der Weltfußball soll globaler, vielfältiger und weniger vorhersehbar werden.
Doch das neue Format birgt auch Diskussionsstoff. Kritiker bemängeln eine mögliche Verwässerung des sportlichen Niveaus in der Gruppenphase. Befürworter hingegen verweisen auf die EM 2016, als mit 24 Teams Außenseiter wie Island und Wales bis ins Halbfinale vordrangen und die Herzen der Fans im Sturm eroberten. Genau solche Momente erhofft sich die FIFA auch 2026.
Für die Neulinge geht es bei der WM nicht primär um den Titel, sondern um Sichtbarkeit, Selbstvertrauen und nachhaltige Entwicklung. Ein Sieg gegen eine Topnation, ein Last-Minute-Tor oder ein heroischer Auftritt – solche Geschichten prägen Weltmeisterschaften oft nachhaltiger als die Triumphe der Favoriten. Mannschaften wie Senegal 2002, Costa Rica 2014 oder Marokko 2022 haben gezeigt, dass Außenseiter nicht nur mitspielen, sondern auch ganze Turniere verändern können.
Wenn am 11. Juni 2026 der Anpfiff im Aztekenstadion ertönt, beginnt nicht nur ein neues Kapitel der WM-Geschichte – sondern auch die Bühne für jene Mannschaften, die zum ersten Mal die Welt zum Staunen bringen wollen.