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Was bedeutet der McLaren-Report für die Fußball-WM 2018 in Russland?
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Was bedeutet der McLaren-Report für die Fußball-WM 2018 in Russland?
14.12.2016 18:00
2016-12-14 18:00:00
SP 2026
71 Jahre
ist Richard McLaren inzwischen alt. Das hindert ihn nicht, seiner umfangreichen und extrem wichtigen Arbeit bei der Erforschung des organisierten Dopings in Russland mit aller Intensität nachzugehen. Gerade hat der kanadische Rechtsprofessor seinen zweiten Bericht abgeliefert, beide über 200 Seiten stark. Darin finden sich
"Tausende Beweise" für systematisches Doping von über 1.000 Athleten
- und das nicht nur in den klassischerweise von Doping betroffenen Ausdauersportarten. Insgesamt sollen über 30 Sportarten betroffen gewesen sein. Der Skeleton- und Bobverband hat Russland daraufhin bereits die für 2017 geplante Ausrichtung ihrer WM entzogen.
Was bedeutet das alles für die
WM 2018
im Fußball in Russland?
Und welche Rolle spielt der dubiose Sportminister Witali Mutko in dieser gesamten Angelegenheit?
"Lawine" an Dopingfällen und Betrug aufgedeckt
Aktuell sind die Namen jener über 1.000 Athleten noch geheim. Sicher ist aber, dass es sich hier um institutionell geprägte Manipulation und Betrug im Sport handelt. Das IOC will Russland dennoch nicht komplett von den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang ausschließen. IOC-Präsident Thomas Bach bevorzuge eine Prüfung im Einzelfall. Und die kann angesichts der Lawine an "Einzelfällen" sehr lange dauern.
Brisant ist die Angelegenheit aber auch für den Fußball. Erstens ist
nicht klar, ob auch russische Fußballer systematisch gedopt wurden
, die Kontrollen der FIFA bzw. UEFA aber zu lasch waren, um diese Sünder zu finden. Zweitens findet die nächste WM bekanntlich in Russland statt, ist schon seit der Vergabe an das größte Land der Erde umstritten.
Machenschaften von Mutko im Blickpunkt
Bislang interessieren diese Betrügereien die FIFA jedoch kaum. Forderungen nach einer Absetzung Russlands als Gastgeber der WM 2018 kommen hauptsächlich von Politikern und Dopingexperten. Immerhin hat die FIFA jetzt verlautbart, den Bericht von McLaren "eingehend zu prüfen". Dabei wird auch die Rolle von Witali Mutko beleuchtet werden (müssen). Sollten Verstöße gegen die Ethikregeln der FIFA gefunden werden, werde man auch die entsprechenden Maßnahmen folgen lassen. Das allerdings klingt etwas fragwürdig, denn bereits im ersten Bericht von McLaren war Mutko schwer belastet worden. Ermittlungen der FIFA erfolgten damals aber keine.
Als Vertreter der FIFA sitzt Mutko zur Zeit im FIFA-Council, gilt als in diesen Kreisen
ungemein einflussreich
. Ein konkretes, denkbares Strafmaß für Mutko äußerte die Ethikkommission der FIFA nicht, wie auch zu diesem Zeitpunkt nicht üblich wäre. Problematisch sind diese Untersuchungen nun, da
Mutko auch der erste Kontaktmann der FIFA für alles um die geplante WM 2018 in Russland ist
. Doch so eine Person kann man ersetzen, einen Austragungsort des größten Sportereignisses der Welt schon nicht mehr leicht.
Umstrittenem Russland droht eher kein Entzug der WM 2018
Zudem standen ohnehin schon
viele Fragezeichen hinter Russland als Ausrichter, ohne dass dies Konsequenzen für Russland bedeutet hätte
. Korruptionsvorwürfe um die Vergabe, der Konflikt mit der Ukraine oder die nationalistischen Hooligans bei der EM in Frankreich. All das hatte nie zur Folge, dass Russland auch nur mit Entzug der WM gedroht wurde. Im Gegenteil, äußerte sich FIFA-Präsident Infantino noch kürzlich dergestalt, dass die Fans in Russland ein "großes Fußballfest" erwarten könnten. Voraussichtlich wird sich daran auch trotz des McLaren-Reports nichts ändern.
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