
Seit 1966 gehören Maskottchen fest zu jeder Fußball-Weltmeisterschaft. Manche wurden zu echten Kultfiguren, andere verschwanden schneller aus dem Gedächtnis, als das Turnier dauerte. Ein Blick auf die kuriosesten Fälle zeigt: Zwischen liebevoll gestaltetem Sympathieträger und peinlichem Marketing-Flop liegt oft nur ein schmaler Grat. Während wir bereits gespannt auf die WM 2030 Qualifikation blicken, lohnt sich ein humorvoller Rückblick auf die Maskottchen-Geschichte des Turniers.
Den Anfang machte 1966 der Löwe „World Cup Willie" in England – bis heute gilt er als das erste offizielle WM-Maskottchen und als einer der Pioniere im Sportmarketing überhaupt. Er kam gut an, doch nicht alle Nachfolger hatten so viel Glück. Besonders umstritten war „Footix", der gallische Hahn der WM 1998 in Frankreich. Zwar wurde er von den Franzosen selbst geliebt und ist heute ein Sammlerobjekt, international sorgte seine überzeichnete Gestaltung aber für Spott. In Frankreich hat sich sogar der Begriff „footix" umgangssprachlich für oberflächliche Fußballfans etabliert – eine zweifelhafte Ehre für ein WM-Maskottchen.
Ein echter Flop war „Ciao" bei der WM 1990 in Italien. Die Figur bestand aus stilisierten Bauklötzen in den italienischen Nationalfarben mit einem Fußball als Kopf. Viele Fans konnten mit der abstrakten Darstellung wenig anfangen – ein Maskottchen ohne Gesicht, ohne Persönlichkeit, ohne echten Wiedererkennungswert. Bis heute wird „Ciao" regelmäßig in Ranglisten der schlechtesten WM-Maskottchen genannt.
Auch „Naranjito" von 1982 in Spanien polarisierte. Die sprechende Orange mit Fußballtrikot wirkte auf viele Beobachter zu kindlich für ein globales Sportereignis. In Spanien selbst hat sie hingegen bis heute Kultstatus – ein schönes Beispiel dafür, wie stark die Wahrnehmung eines Maskottchens vom kulturellen Kontext abhängt.
Die WM 2010 in Südafrika brachte mit „Zakumi" einen grünhaarigen Leoparden hervor. Zwar solide gestaltet, blieb er international eher blass. Ein echter Aufreger war dagegen „Zabivaka", der Wolf der WM 2018 in Russland. Die Figur selbst war grafisch gelungen, doch die Wahl eines Wolfs sorgte für kontroverse Diskussionen – nicht zuletzt, weil Wölfe in vielen Kulturen ambivalent besetzt sind. Bei einer offiziellen Online-Abstimmung setzte sich der Wolf gegen die anderen beiden Finalisten – einen Tiger und einen Kater – durch, was viele Beobachter überraschte.
Ein Sonderfall war „Fuleco", das Gürteltier der WM 2014 in Brasilien. Eigentlich als Botschafter für den Artenschutz gedacht, geriet die Kampagne in die Kritik: Umweltschutzorganisationen bemängelten, dass für die bedrohte Art trotz Werbeprominenz kaum konkrete Schutzmaßnahmen ergriffen wurden.
Für die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko wurden bereits drei Maskottchen vorgestellt: Maple, ein Elch für Kanada, Zayu, ein Jaguar für Mexiko, und Clutch, ein Weißkopfseeadler für die USA. Welche Figuren die gemeinsame WM 2030 in Spanien, Portugal und Marokko bekommen wird, ist noch offen. Angesichts des historischen Charakters des Turniers zum 100-jährigen WM-Jubiläum darf man aber besondere Kreativität erwarten. Wer die sportliche Entwicklung verfolgen möchte, findet auf unserer Seite zur europäischen Qualifikation sowie in den aktuellen News regelmäßig Updates rund um Nationalmannschaften, Trainer und die Straße nach 2030.
Eines zeigt die Maskottchen-Geschichte deutlich: Egal ob Flop oder Kult – am Ende bleiben die Figuren ein charmantes Stück Fußballfolklore, das jede WM auf ihre eigene Weise prägt.