Wenn die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko angepfiffen wird, erwartet Spieler und Fans nicht nur ein sportliches Großereignis der Superlative, sondern auch eine klimatische Herausforderung. Mit 16 Austragungsorten, die von Vancouver im kühlen Norden bis ins schwül-heiße Monterrey reichen, muss die FIFA auf extreme Wetterbedingungen reagieren. Besonders die Sommerhitze in Städten wie Dallas, Houston, Miami oder Kansas City stellt ein erhebliches Risiko dar – sowohl für die Gesundheit der Profis als auch für die Qualität des Spiels.
Bereits bei der Klub-WM 2025 in den USA zeigte sich, wie problematisch die Bedingungen sein können. Spieler klagten über Temperaturen jenseits der 35 Grad Celsius, kombiniert mit hoher Luftfeuchtigkeit. Trainer wie Borussia Dortmunds Niko Kovac sprachen offen von "unzumutbaren" Verhältnissen, einige Akteure mussten mit Kreislaufproblemen behandelt werden. Die FIFA hat aus diesen Erfahrungen gelernt und für die WM 2026 ein umfangreiches Maßnahmenpaket angekündigt.
Im Zentrum stehen die sogenannten Cooling Breaks, also offizielle Kühlpausen in der 30. und 75. Spielminute. Diese werden ab einer Wet-Bulb-Globe-Temperatur (WBGT) von 32 Grad verpflichtend angeordnet. Anders als die kurzen Trinkpausen früherer Turniere dauern die neuen Kühlpausen bis zu drei Minuten und ermöglichen es den Spielern, sich mit Eiswesten, kalten Tüchern und Elektrolytgetränken zu regenerieren. Medizinische Teams an der Seitenlinie überwachen kontinuierlich Temperatur und Luftfeuchtigkeit.
Ein weiterer Hebel sind die Anstoßzeiten. Während TV-Verträge traditionell für mittägliche Anpfiffe in den USA sorgten, um den europäischen Primetime-Markt zu bedienen, plant die FIFA für 2026 eine differenziertere Lösung. Spiele in besonders heißen Städten sollen wenn möglich am Abend oder in klimatisierten Stadien ausgetragen werden. Die Arenen in Atlanta, Dallas, Houston und Vancouver verfügen über schließbare Dächer und Klimaanlagen – ein klarer Standortvorteil. Mexikos Höhenlagen wie in Mexiko-Stadt oder Guadalajara bringen zudem mildere Temperaturen, allerdings mit der Herausforderung der dünnen Luft.
Auch die Vorbereitung der Mannschaften wird durch die klimatischen Bedingungen geprägt. Der DFB hat bereits angekündigt, sein Team gezielt auf Hitzebelastung vorzubereiten – mit Trainingslagern in warmen Regionen und akklimatisierten Spielanalysen. Die Auslosung wird zeigen, in welchen Städten die deutsche Nationalmannschaft ihre Gruppenspiele bestreitet.
Spielplan: Deutschland
| So, 14.06.2026 | MetLife Stadium | | | Deutschland | Curaçao | | | - : - | |
| Sa, 20.06.2026 | MetLife Stadium | | | Deutschland | Elfenbeinküste | | | - : - | |
| Do, 25.06.2026 | SoFi Stadium | | | Ecuador | Deutschland | | | - : - | |
Kritik kommt unterdessen von der Spielergewerkschaft FIFPRO, die schärfere Grenzwerte fordert. Schon ab einer WBGT von 28 Grad sollten nach Ansicht der Vereinigung Spielverlegungen geprüft werden. Studien belegen, dass die Verletzungsanfälligkeit bei großer Hitze deutlich steigt und die Laufleistung um bis zu zehn Prozent abnimmt. Auch die Fans in den Stadien sind betroffen: Die FIFA hat zusätzliche Wasserstationen, Schattenzonen und medizinische Posten zugesagt.
Die WM 2026 wird mit 48 Mannschaften und 104 Spielen die größte aller Zeiten – und gleichzeitig ein Testfall für den Umgang des Weltfußballs mit dem Klimawandel. Schon jetzt richtet sich der Blick auf die WM 2030, die unter anderem in Spanien und Marokko stattfindet, und auf das Turnier 2034 in Saudi-Arabien, wo die Hitzeproblematik in eine ganz neue Dimension vorstoßen dürfte.
Gruppe A
| Pos |
|
Mannschaft |
Sp. |
Tore |
G |
U |
V |
Pkt |
| 1 |
|
Argentinien |
0 |
+0 0:0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
| 1 |
|
Algerien |
0 |
+0 0:0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
| 1 |
|
Österreich |
0 |
+0 0:0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
| 1 |
|
Jordanien |
0 |
+0 0:0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
Ob die getroffenen Maßnahmen ausreichen, wird sich im Sommer 2026 zeigen. Sicher ist: Die Hitze wird neben Taktik und Talent zu einem entscheidenden Faktor des Turniers.