Die deutsche Nationalmannschaft im WM-Härtetest: Was Nagelsmanns Aufgebot vor dem Turnierstart noch leisten muss

Die deutsche Nationalmannschaft im WMHärtetest: Was Nagelsmanns Aufgebot vor dem Turnierstart noch leisten muss

10.05.2026 11:30

Mit großen Schritten nähert sich die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko – und die deutsche Nationalmannschaft steht vor einer entscheidenden Phase. Nach der durchwachsenen Heim-EM 2024, bei der das Viertelfinale gegen Spanien die Endstation war, will Bundestrainer Julian Nagelsmann mit einem runderneuerten Team beim Turnier in Nordamerika wieder ganz oben angreifen. Bis zum WM-Start bleibt allerdings nicht mehr viel Zeit, um die letzten Baustellen zu schließen.

Sportlich hat sich die DFB-Elf in der Qualifikation stabilisiert, doch die Pflichtspiele und Testpartien der vergangenen Monate haben gezeigt: Es gibt noch deutliche Schwachstellen, die Nagelsmann vor dem Turnier in den Griff bekommen muss.

Spielplan: Deutschland

So, 14.06.2026MetLife Stadium 
DeutschlandCuraçao
 - : -
Sa, 20.06.2026MetLife Stadium 
DeutschlandElfenbeinküste
 - : -
Do, 25.06.2026SoFi Stadium 
EcuadorDeutschland
 - : -

Defensive bleibt die größte Baustelle Trotz der Rückkehr erfahrener Verteidiger fehlt der deutschen Hintermannschaft weiterhin die letzte Konstanz. Antonio Rüdiger ist gesetzt, doch an seiner Seite fehlt ein verlässlicher Innenverteidiger auf Top-Niveau. Jonathan Tah hat sich zwar etabliert, dennoch experimentiert Nagelsmann immer wieder mit neuen Konstellationen. Auf den Außenbahnen sorgen Joshua Kimmich – der mittlerweile wieder eher als Sechser eingeplant ist – und David Raum für Diskussionsstoff. Die Frage, wer rechts hinten dauerhaft Verantwortung übernimmt, ist weiterhin nicht abschließend beantwortet.

Auch im Tor herrscht keine endgültige Klarheit. Marc-André ter Stegen kämpft sich nach langer Verletzungspause zurück, während Oliver Baumann und Alexander Nübel auf ihre Chance hoffen. Manuel Neuer hat seinen Rücktritt erklärt, eine echte Nummer eins muss Nagelsmann noch auserkoren.

Offensive mit Hoffnungsträgern Deutlich besser sieht es im Angriff aus. Florian Wirtz und Jamal Musiala bilden ein kreatives Duo, das in Topform zu den besten Mittelfeldspielern der Welt zählt. Kai Havertz, Niclas Füllkrug und der wiedererstarkte Serge Gnabry sorgen für Variabilität in der Spitze. Auch Karim Adeyemi und Maximilian Beier drängen sich für einen WM-Platz auf. Die Qualität ist da – nun geht es darum, die Abstimmung im letzten Drittel weiter zu verfeinern und die Chancenverwertung zu verbessern, ein wiederkehrendes Problem in den jüngsten Länderspielen.

Mentale Stärke und Führung gefragt Nagelsmann selbst betont immer wieder, wie wichtig die mentale Komponente sei. Nach Jahren der Krisen will der Bundestrainer eine eingeschworene Einheit formen, die auch in engen Spielen kühlen Kopf bewahrt. Kapitän Joshua Kimmich nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. Mit Spielern wie Rüdiger, Havertz und Gündogan – sofern dieser zurückkehrt – soll eine Hierarchie geschaffen werden, die dem Team Halt gibt.

Die letzten Testspiele In den verbleibenden Länderspielfenstern bis zum WM-Start stehen noch wichtige Härtetests an, in denen Nagelsmann seine Stammelf finden und einspielen muss. Gegner aus Europa und potenziell aus Südamerika sollen das Niveau eines WM-Spiels simulieren. Besonders die Frage nach dem Matchplan gegen physisch starke Teams wie Frankreich oder England wird im Trainerstab intensiv diskutiert.

Gruppe A

Pos   Mannschaft Sp. Tore G U V Pkt
1
Argentinien 0 +0 0:0 0 0 0 0
1
Algerien 0 +0 0:0 0 0 0 0
1
Österreich 0 +0 0:0 0 0 0 0
1
Jordanien 0 +0 0:0 0 0 0 0

Fazit: Deutschland reist mit einem talentierten, aber nicht fehlerfreien Kader nach Nordamerika. Die Mischung aus Erfahrung und jugendlicher Frische bietet Chancen – doch ohne defensive Stabilität und eine klare Hierarchie wird der Weg ins Halbfinale schwer. Nagelsmann hat noch wenige Wochen, um aus einem guten Aufgebot eine echte Turniermannschaft zu formen. Die Hoffnungen der Fans sind groß – der Druck ebenso.