WM 2030: Wo wird das Finale gespielt? Die heißesten Kandidaten in Spanien und Marokko

26.10.2026 13:00 WM 2030

Die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko ist vorbei – und schon richtet sich der Blick der Fußballwelt auf das nächste Großereignis: die WM 2030. Das Turnier feiert das 100-jährige Jubiläum der Weltmeisterschaft mit einem besonderen Format. Hauptgastgeber sind Spanien, Portugal und Marokko. Dazu kommen drei Spiele zum 100. Geburtstag in Uruguay, Argentinien und Paraguay. Das Finale ist für 21. Juli 2030 angesetzt. Wo es ausgetragen wird, ist allerdings weiterhin offen.

Die Kandidaten stehen weitgehend fest: In Spanien gelten vor allem das Santiago Bernabéu in Madrid und das Spotify Camp Nou in Barcelona als mögliche Finalstadien. Marokko bringt mit dem geplanten Grand Stade Hassan II bei Casablanca einen spektakulären Neubau ins Rennen. Im offiziellen WM-Bid wurden genau diese drei Stadien sowohl als Kandidaten für das Eröffnungsspiel als auch für das Finale aufgeführt. Eine Entscheidung der FIFA gibt es bislang nicht.

Santiago Bernabéu: Spaniens prominentester Kandidat

Das Santiago Bernabéu in Madrid, Heimstätte von Real Madrid, wurde in den vergangenen Jahren umfassend modernisiert. Das Stadion verfügt unter anderem über ein einziehbares Dach und ein verschiebbares Spielfeld. Die angegebene Kapazität liegt bei gut 83.000 Plätzen, wobei je nach Quelle und Veranstaltung unterschiedliche Zahlen genannt werden.

Das Bernabéu gilt derzeit als einer der aussichtsreichsten Kandidaten für das Endspiel. Im Laufe des Jahres 2026 gab es allerdings widersprüchliche Berichte über die Favoritenrolle: Im Mai wurde Madrid in spanischen Medien noch als klarer Favorit bezeichnet, im Sommer sorgten Berichte über eine mögliche Vergabe an Marokko für Aufsehen. Die FIFA stellte anschließend klar, dass sie das Finale noch nicht vergeben habe. Im August berichtete der spanische Rundfunk RNE wiederum, das Bernabéu habe in der internen Diskussion an Boden gewonnen. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht.

Spotify Camp Nou: Barcelona bleibt im Rennen

Ebenfalls im offiziellen Bewerbungsdossier steht das Spotify Camp Nou in Barcelona. Das Stadion wird im Rahmen des Espai-Barça-Projekts umfassend umgebaut und soll nach Abschluss knapp 105.000 Zuschauer fassen. Das neue Stadion erhält zudem ein Dach, das sämtliche Zuschauerplätze überspannt.

Die Rückkehr ins Stadion erfolgt schrittweise: Im März 2026 wurde die verfügbare Kapazität nach einer weiteren Genehmigung auf 62.652 Zuschauer erhöht. Das bedeutet zugleich, dass das Stadion noch nicht seinen endgültigen Ausbauzustand erreicht hat.

Das Camp Nou ist deshalb ein ernstzunehmender Finalkandidat, aber aktuell weniger klar positioniert als das Bernabéu. Für Barcelona spricht unter anderem die Größe des Stadions: Nach Fertigstellung wäre es deutlich größer als das Bernabéu. Zudem wurde das Camp Nou inzwischen sogar als Austragungsort des Champions-League-Finales 2029 ausgewählt.

Grand Stade Hassan II: Marokkos spektakuläre Alternative

Aus Marokko kommt der wohl ambitionierteste Kandidat: das Grand Stade Hassan II in der Provinz Benslimane bei Casablanca. Das von Populous gemeinsam mit Oualalou + Choi entworfene Stadion soll 115.000 Zuschauer fassen und damit zu den größten Fußballstadien der Welt werden.

Das Projekt befindet sich tatsächlich im Bau. Nach Angaben eines marokkanischen Infrastrukturverantwortlichen waren im Mai 2026 rund 30 Prozent des Projekts fertiggestellt; die Fertigstellung wurde damals für Ende 2027 angestrebt. Das Stadion soll rechtzeitig für die WM 2030 bereitstehen.

Auch das offizielle marokkanische Projekt sieht das Stadion ausdrücklich als möglichen Austragungsort des WM-Finales vor. In den FIFA-Unterlagen zur gemeinsamen Bewerbung von Spanien, Portugal und Marokko wird das Grand Stade Hassan II neben Bernabéu und Camp Nou als einer von drei Finalkandidaten genannt.

Marokko macht inzwischen auch politisch und sportlich keinen Hehl aus seinem Anspruch. Verbandspräsident Fouzi Lekjaa erklärte im September 2026 sogar öffentlich, das Finale werde in Benslimane stattfinden. Das ist allerdings keine offizielle Vergabe: Die FIFA hat weiterhin keine Entscheidung bekanntgegeben.

Und Portugal?

Portugal ist der dritte Hauptgastgeber der WM 2030 und stellt drei Stadien für das Turnier. Dazu gehören das Estádio da Luz und das Estádio José Alvalade in Lissabon sowie das Estádio do Dragão in Porto. Das Estádio da Luz mit rund 68.000 Plätzen ist dabei Portugals größtes vorgesehenes WM-Stadion.

Als ernsthafter Finalkandidat wird Portugal derzeit allerdings kaum gehandelt. Die offizielle Bewerbung sieht das Finale vielmehr in einem der drei Stadien Bernabéu, Camp Nou oder Grand Stade Hassan II vor.

Eine komplette Übersicht aller voraussichtlichen Spielorte findest du auf unserer Seite zu den Stadien der WM 2030.

Wer entscheidet über das Finale – und wann?

Die entscheidende Instanz ist die FIFA. Sie hat das WM-Finale bislang nicht vergeben. Die endgültige Entscheidung über die Austragungsorte des Turniers steht noch aus. Einen offiziell kommunizierten Termin für die Bekanntgabe des Finalstadions gibt es derzeit nicht.

Damit ist auch Vorsicht bei Meldungen geboten, die bereits einen sicheren Finalort nennen. Im August 2026 dementierte die FIFA ausdrücklich Berichte, wonach FIFA-Präsident Gianni Infantino Marokko das Finale zugesagt habe. Auch die Aussage des marokkanischen Verbandspräsidenten Lekjaa im September änderte daran nichts.

Aktuell lässt sich die Situation daher am besten so zusammenfassen:

  • Santiago Bernabéu: sehr aussichtsreicher Kandidat und laut mehreren Berichten derzeit wieder Favorit.
  • Grand Stade Hassan II: stärkster Herausforderer, mit der mit Abstand größten geplanten Kapazität und einem klaren marokkanischen Anspruch auf das Finale.
  • Spotify Camp Nou: offizieller Finalkandidat und weiterhin im Rennen, aber derzeit weniger prominent als Bernabéu und Hassan II.
  • Estádio da Luz: WM-Stadion, aber nach aktuellem Stand kein gleichwertiger Finalfavorit.

Ob das Jubiläumsfinale letztlich in Madrid, Barcelona oder erstmals in Afrika – in Benslimane bei Casablanca – stattfindet, entscheidet die FIFA. Gerade weil das Turnier das 100-jährige Bestehen der Weltmeisterschaft feiert, besitzt die Entscheidung neben sportlichen und infrastrukturellen auch eine erhebliche symbolische Bedeutung.

Parallel läuft bereits die sportliche Vorbereitung: Die WM-Qualifikation 2030 nimmt Fahrt auf, und die aktuellen Kräfteverhältnisse lassen sich an der FIFA-Weltrangliste ablesen. Einen Überblick über alle Infos zum Turnier findest du zudem auf unserer Seite zur WM 2030.

Fest steht: Egal, wo am Ende das Finale angepfiffen wird – die WM 2030 wird ein historisches Turnier.