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Kommt der Videobeweis zur WM 2018?
03.05.2017 23:00
2017-05-03 23:00:00
2026年W杯
Videobeweis bei der WM 2018
Man erinnere sich an die
WM 2010
: Deutschland trifft im Achtelfinale auf England, geht 2:0 in Führung, kassiert in der 37. Minute den Anschlusstreffer und in der 38. Minute eigentlich den Ausgleich. Eigentlich, denn die Schiedsrichter sehen den Ball nicht hinter der Linie: Glück für Deutschland und am Ende der Einzug in das Viertelfinale der WM in Südafrika.
Mancher sagte, dass es sich hierbei um die späte Rache des Wembley Tores 1966 handelt, als die Engländer gegen Deutschland Weltmeister wurden, wobei bis heute unklar ist, ob der Siegtreffer des späteren Weltmeisters tatsächlich die Linie des deutschen Tores vollständig überschritten hatte.
Was 1966 in Wembley und 2010 in Südafrika möglich war, soll bei der
Weltmeisterschaft 2018
in Russland eventuell nicht mehr möglich sein: Zumindest äußerte FIFA-Präsident Gianni Infantini zuletzt, dass man den Video-Schiedsrichter schon zur WM einführen könnte. Tests seien positiv bewertet worden, auch seitens des DFB und der DFL zeigt man sich aufgeschlossen dafür, in strittigen Situation auf den Beweis per Video zurück zu greifen.
Im Frühjahr 2018 soll darüber entschieden werden, ob der Videobeweis schon zur WM eingeführt wird. Das entscheidet allerdings nicht die FIFA selbst, sondern das IFAB, das International Football Association Board - das ist so etwas wie der Hüter über die Regeln der FIFA.
Der Video-Schiedsrichter, auch Video Assistant Referee (VAR) genannt, würde dann übrigens nicht nur darüber entscheiden, ob ein Tor gegeben wird oder nicht. Auch bei strittigen Elfmeter-Situationen, bei Roten Karten oder bei der Verwechslung von Spielern kann der Video Assistent die Schiedsrichter aus Fleisch und Blut unterstützen.
Kommt der VAR, dann würde der Fußball viel von seinem Charme verlieren. Immerhin sind es häufig die strittigen Situationen, über die man sich als Fan so herrlich streiten kann - auf der anderen Seite: In Hinblick auf Fairplay und Unterstützung für die Schiedsrichter, die ja oft die ärmsten Akteure auf dem Feld darstellen, kann der Video-Schiedsrichter nur willkommen geheißen werden.
Auf Top-Niveau wurde der VAR schon im Freundschaftsspiel zwischen Frankreich und Spanien eingesetzt. Und dort hatte er direkt seinen großen Auftritt - gleich zwei Mal: Zum einen wurde ein Tor von Frankreich-Stürmer Griezmann nicht gegeben, da per Video festgestellt wurde, dass das Tor aus einer Abseitssituation im Spielaufbau erzielt wurde. Neun Minuten später vermutete der echte Schiedsrichter eine Abseits-Situation bei einem spanischen Treffer; der VAR zeigte jedoch an, dass der Treffer Gültigkeit hatte.
Spannend ist das, was Frankreichs Trainer Deschamps nach dem Spiel sagte: Der VAR habe zwar zwei Mal gegen Frankreich entschieden; wenn er aber dazu beitrage, das Spiel fairer zu gestalten, dann sei er zu begrüßen. Kritiker äußern die lange Wartezeit, bis die Entscheidung bekannt gegeben werde - das würde die spontane Freude bei Spielern und Fans behindern. Ob dieses Argument allein ausreicht, um die neue Technik abzulehnen, darf aber durchaus bezweifelt werden.
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