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WM 2018 ohne Klinsmann: als US-Trainer gefeuert
24.11.2016 18:00
2016-11-24 18:00:00
WC Qualification
By IIJ Events, via Wikimedia Commons
Es war keine Überraschung mehr: Jürgen Klinsmann ist
nicht mehr Nationaltrainer der USA
. 5 Jahre sind eine lange Zeit für einen Nationaltrainer, in der man viel entwickeln könnte. Der US-Verband im Fußball war jedoch der Auffassung, das sei seinem Klinsmann zu wenig gelungen. Nun erfolgte die Beurlaubung, eigentlich lief Klinsmanns vertrag noch 3 Jahre bis weit über die WM 2018 in Russland hinaus. Doch das
bittere 0:4 in der WM-Qualifikation in Costa Rica
brachte das Fass zum Überlaufen. Klinsmann musste gehen. Sein Nachfolger steht auch schon fest. Es wird
Bruce Arena
sein, der schon von 1998 bis 2006 dieses Amt bekleidete.
2011 wurde Klinsmann beinahe als Heilsbringer verpflichtet
Dabei hatte alles so gut anfangen, als Jürgen Klinsmann 2011 vom amerikanischen Fußballverband verpflichtet worden war. Wie schon ab 2004 beim DFB sollte er frischen Wind in den amerikanischen Fußball bringen. Klinsmann galt als Revoluzzer, auch wenn er beim FC Bayern gescheitert war. Das schrieb man aber durchaus der besonderen Konstellation in München zu. Die
Süddeutsche
verglich ihn gar mit einem
"optimistischen Visionär aus dem Silicon Valley"
. Unter die besten Acht der Welt sollte die US-Boys kommen. Das
gelang nicht und war zuletzt auch in weite Ferne gerückt
.
Bisher mit unterschiedlichem Erfolg aktiv
Umstritten war Klinsmann dabei nicht zum ersten Mal. Bei allen seinen Jobs als Trainer blies ihm
stets
Gegenwind entgegen. Die bisherigen Stationen von Jürgen Klinsmann als Trainer sehen dabei allerdings auch recht überschaubar aus:
2004 - 2006 Deutschland
2008 - 2009 FC Bayern München
2011 - 2016 USA
Während er mit Deutschland großen Erfolg hatte, WM-Dritter wurde, obwohl das Team zuvor ziemlich schwach agierte, flog er beim FC Bayern München schon vor Ablauf der ersten Saison wieder raus. Bei den USA konnte er sich lange halten, 5 Jahre sind auch für einen Nationaltrainer durchaus nicht wenig. Er erreichte immerhin
das Achtelfinale bei der WM 2014
, wo man erst nach Verlängerung gegen Belgien mit 1:2 ausschied, sowie den 4. Platz beim Gold-Cup des CONCACAF.
Da dieses allerdings ein Heimturnier war, wurde dieser vierte Platz nicht von allen als Erfolg gewertet. Seine Strategie,
vor allem auf in Europa sozialisierte Spieler zu setzen
, stieß nicht überall auf Gegenliebe. Klinsmanns Bewertung, dass die heimische MLS zu wenige Spieler von internationalem Niveau hervorbringe, wurde jetzt für ihn zum Bumerang.
0:4 auf dem Weg zur WM in Russland war zu viel
Nun brach ihm der ausbleibende Erfolg in der Qualifikation für die
WM 2018 in Russland
endgültig das Genick. Zu viele hatten sich über merkwürdige Personalentscheidungen gewundert, zu häufig stand er bereits in der Kritik. Als jetzt auch noch die Ergebnisse ausblieben, gar eine historische Schmach mit dem 0:4 in Costa Rica erlitten wurde, war es Zeit für den US-Verband zu handeln. Dabei war weniger ausschlaggebend, dass man ausnahmsweise mal so hoch verlor, sondern wie harmlos und planlos das amerikanische Team agierte.
Damit ist man letzter der Quali-Gruppe des CONCACAF. Und auch wenn die USA doch noch das Ticket zur WM in Russland lösen sollten, eins ist klar:
die WM 2018 findet ohne Jürgen Klinsmann
statt.
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