Österreich greift an: Rangnicks ÖFB-Elf träumt mit Laimer und einer neuen Generation von der WM 2030

07.11.2026 09:00 Teams & Spieler

Nach der erfolgreichen Qualifikation für die WM 2026 und der Rückkehr auf die große Fußballbühne nach 28 Jahren hat das österreichische Nationalteam unter Teamchef Ralf Rangnick einen wichtigen Meilenstein erreicht. Bei der Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko schaffte Österreich den Einzug in die K.-o.-Phase, musste sich dort allerdings Spanien im Sechzehntelfinale mit 0:3 geschlagen geben. Nun richtet sich der Blick bereits auf die nächste große Mission: die WM 2030 in Spanien, Portugal und Marokko. Österreich möchte auch bei der nächsten Weltmeisterschaft vertreten sein und seine positive Entwicklung fortsetzen.

Rangnick, der seit 2022 als Teamchef an der Seitenlinie steht und seinen Vertrag im Juni 2026 bis zur EURO 2028 verlängert hat, setzt weiterhin auf eine klare sportliche Linie: intensives Pressing, aggressives Gegenpressing und mutigen Fußball. Der frühere RB-Leipzig-Trainer, der zwischenzeitlich auch als Interimstrainer bei Manchester United tätig war, hat der Mannschaft eine erkennbare Identität verliehen. Bereits bei der EURO 2024 überzeugte Österreich mit dem Gruppensieg vor Frankreich und den Niederlanden, schied anschließend aber im Achtelfinale gegen die Türkei aus.

Eine zentrale personelle Rolle kommt Konrad Laimer zu. Der Mittelfeldspieler des FC Bayern München hat sich mit seinem Laufpensum, seiner Zweikampfstärke und seiner Vielseitigkeit zu einem wichtigen Führungsspieler entwickelt. Auch wenn David Alaba weiterhin als etatmäßiger Kapitän gilt, übernimmt Laimer zunehmend Verantwortung auf dem Platz. Bei der WM 2026 führte Alaba die Mannschaft als Kapitän an. Gemeinsam mit Marcel Sabitzer, Xaver Schlager und weiteren Leistungsträgern soll Laimer auch künftig eine wichtige Säule im österreichischen Spiel bilden.

Eine besondere Zäsur bedeutet das Ende der Nationalteamkarriere von Marko Arnautović. Der Rekordtorschütze Österreichs hat nach der WM 2026 seinen Rücktritt aus dem Nationalteam bekannt gegeben. Mit 49 Toren in 137 Länderspielen hinterlässt der Angreifer eine außergewöhnliche Bilanz. Bei der WM-Endrunde gehörte der inzwischen 37-Jährige noch zum österreichischen Aufgebot und erzielte gegen Algerien einen Treffer. Sein Erfahrungsschatz und seine Bedeutung für die Mannschaft werden auch nach seinem Abschied eine wichtige Rolle in der Erinnerung an diese Generation spielen. Nun müssen jüngere Spieler wie Patrick Wimmer und Romano Schmid verstärkt Verantwortung übernehmen.

Sportlich geht es langfristig darum, Österreich auch für die nächste Weltmeisterschaft zu qualifizieren. In der WM Qualifikation kämpfen die UEFA-Nationen um die begehrten Startplätze für das XXL-Turnier mit 48 Teilnehmern. Die konkreten Auslosungsmodalitäten und das Format der europäischen Qualifikation werden für die nächste Qualifikationsphase entscheidend sein. Österreich hat sich mit seinen jüngsten Leistungen eine gute internationale Ausgangsposition erarbeitet: In der FIFA-Weltrangliste belegte die ÖFB-Auswahl am 7. Oktober 2026 den 22. Platz. Eine spätere Setzlisten-Einstufung für die WM-2030-Qualifikation lässt sich daraus allerdings noch nicht verbindlich ableiten.

Das Turnier selbst wird historisch: Zum 100-jährigen Jubiläum der ersten Weltmeisterschaft von 1930 findet die WM 2030 erstmals in sechs Ländern und auf drei Kontinenten statt. Marokko, Portugal und Spanien sind die Hauptgastgeber. Zusätzlich werden drei Jubiläumsspiele in Südamerika ausgetragen – jeweils eines in Uruguay, Argentinien und Paraguay. Alle bekannten Informationen zu Spielorten und Terminen bündelt der WM Spielplan 2030.

Zum Abschluss ein historischer Blick: Österreich erreichte bei der Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz den dritten Platz und damit seine bislang beste WM-Platzierung. Bereits 1934 hatte das österreichische Nationalteam als legendäres „Wunderteam“ das Halbfinale erreicht, scheiterte dort allerdings mit 0:1 an Gastgeber Italien und wurde anschließend Vierter. Nach der langen WM-Pause zwischen 1998 und 2026 ist die Rückkehr auf die internationale Bühne gelungen. Rangnick, Laimer und die nächste Generation wollen diesen Aufwärtstrend fortsetzen – mit dem Ziel, Österreich auch 2030 wieder bei einer Weltmeisterschaft zu vertreten.